Köln kann mehr
alle Meldungen »

05.02.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Bau der neuen Moschee hat begonnen

Bild verkleinern
Mevlana-Verein will Gemeindezentrum an der Bahnhofstraße erweitern

Die Arbeiten werden vermutlich zwei Jahre andauern. Anwohner hoffen darauf, dass sie bald wieder mit Vertretern des türkischen Vereins am Runden Tisch sitzen werden.

Von Damian Zimmermann

Porz - Während die Pläne zur neuen Moschee in Ehrenfeld gerade geändert und neu bewertet wurden, haben die Arbeiten zum neuen muslimischen Gemeindezentrum Porz an der Bahnhofstraße bereits begonnen. "Wir haben vor vier Wochen angefangen", erklärt der Vorsitzende des türkischen Mevlana-Vereins, Hasbi Atalay. Abgezeichnet hatte sich dies bereits Ende 2007, als plötzlich Baufahrzeuge vorfuhren, Gerüste aufgebaut und Stromkabel über die Straße verlegt wurden.

Schon seit Jahren möchte der Verein seinen als Moschee genutzten Hinterhof-Bau modernisieren und erweitern. Jetzt werden die Arbeiten voraussichtlich noch zwei Jahre andauern, können sich aber auch länger hinziehen, falls mal kein Geld vorhanden sein sollte, denn: "Wir bauen nur, wenn wir auch die Spenden zusammen haben", erklärt Atalay. Zwar hat der Vorsitzende 400 Mitglieder im Rücken, allerdings kostet der Bau auch rund 1,5 Millionen Euro, die müsse man erst einmal zusammen bekommen.

Den Bauarbeiten war eine monatelange Diskussion voraus gegangen. Der Mevlana-Vorstand hatte seine eigenen Vorstellungen von der passenden Gebäudehöhe und wollte ein Minarett errichten, dass den Bebauungsplan mal um sieben, mal um 15 Meter überragte. Politik und Stadtverwaltung zeigten sich in dieser Frage aber eisern. "Der Bebauungsplan gilt, da machen wir keine Ausnahme", war die weit verbreitete Meinung, und auch leise Versuche vonseiten der FDP und Bündnis 90/Die Grünen, ein höheres Minarett zu dulden, scheiterten. Jetzt baut Mevlana also die Moschee ohne den symbolträchtigen Turm für den Muezzin. "Ein Minarett, das genauso hoch ist wie die Kuppel, sieht einfach nicht aus", ist die Meinung des Vereins.

Die Anwohner aus der angrenzenden Germania-Siedlung drückt der Schuh hingegen an einer ganz anderen Stelle. Sie klagen schon seit Jahren über zugeparkte Straßen und Einfahrten beim Freitagsgebet und an hohen muslimischen Feiertagen, wenn mehrere Hundert Besucher in die Bahnhofstraße strömen. Politessen würden sich zudem nur selten dort blicken lassen und das wilde Parken stillschweigend dulden, wie ein Anrainer sagt.

Die Politik ist über die Situation informiert. "Wir wissen, dass es da vor Ort ein Problem gibt", bestätigt die Porzer CDU-Fraktionsvorsitzende Anne Henk-Hollstein. Und ihr Kollege von der SPD, Willi Stadoll, erklärt: "Wir warten noch auf einen Termin für ein Fachgespräch." Über klärende Gespräche würde sich auch Elvira Tolsdorf freuen. Die Anwohnerin lebt gegenüber der Moschee und pflegte einen guten Kontakt zum ehemaligen Mevlana-Vorsitzenden Ömer Sahin, der sich mit Anwohnern an einen Runden Tisch gesetzt hatte. Mit dem neuen Vorsitzenden Atalay habe es solche Treffen noch nicht gegeben. "Es macht mir ein wenig Sorge, dass es keinen Dialog mehr gibt", sagt Tolsdorf, denn der Gesprächsbedarf sei unverändert vorhanden. Das sieht auch Willi Stadoll so. "Die Mevlana misst der Transparenz für die Öffentlichkeit überhaupt keine Bedeutung zu." Auf dieses Problem angesprochen, gesteht Atalay Versäumnisse ein. "In letzter Zeit konnten wir uns nicht so sehr um die Nachbarschaftspflege kümmern, weil wir mit den Bauarbeiten zu tun hatten. Leider fehlen uns für die Öffentlichkeitsarbeit die Ehrenamtler." Gleichzeitig weist er darauf hin, dass jeder jederzeit in das Gemeindezentrum kommen könne. "Wir haben täglich einen Tag der offenen Tür."


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Moscheebau in Köln.

vorherige Meldung nächste Meldung

Liberale Webnews

Aktuelle Highlights

Di., 28.10.2014 „Zustände wie in der Weimarer Republik“ Breite: Innenminister Jäger hat Hooligan-Aufmarsch völlig unterschätzt Ulrich Breite, MdR
Zu den Krawallen im Zuge der Veranstaltung „Hooligans gegen Salafisten“ bei denen Dutzende Polizeieinsatzkräfte von teils rechtsextremen ... mehr
Fr., 24.10.2014 FDP trauert um Manfred Wolf Altbürgermeister ist am Donnerstag im Alter von 67 Jahren verstorben Manfred Wolf
Die Kölner Liberalen trauern um Manfred Wolf. Der langjährige Bürgermeister der Stadt Köln ist gestern Abend nach schwerer Krankheit im ... mehr
Sa., 18.10.2014 Zweiter Halt erwünscht Die FDP-Fraktion will den Breslauer Platz als innerstädtischen Fernbusbahnhof erhalten Pläne für einen Busbahnhof am Breslauer Platz von 2009
Die Fernbus-Haltestelle am Breslauer Platz will die FDP-Ratsfraktion nicht ohne weiteres aufgeben. „Wir befürworten zwar den Halt am ... mehr

Termin-Highlights

Liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde, der Vorstand des Stadtbezirksverbands Köln-Süd / Rodenkirchen lädt Sie herzlich zu folgender ...mehr

So., 09.11.2014, 11:00 Uhr
Martinee mit Jochen Schmidt
Dr. Ulrich Wackerhagen
Mit Jochen Schmidt, Autor des Romans "Schneckenmühle", der in diesem Jahr das "Buch für die Stadt" in Köln und der Region ist, und dem ...mehr

Politik-Highlights

Yvonne Gebauer, MdL
Yvonne Gebauer, Bildungspolitische Sprecherin der ...mehr

So., 25.05.2014
KölnWahl 2014
Alle Informationen zur Wahl des Rates und der Bezirksvertretungen am 25. Mai 2014 Hier finden Sie alle Informationen zur ...mehr
Ralph Sterck, MdR
Rede des Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, Ralph Sterck, am 14. Dezember 2014 anlässlich der Kreiswahlversammlung zur ...mehr

alle Videos »

Videothek

Arena der Freiheit