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01.02.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

„Anarchie för Kölle statt Kulturkamelle“

Die Liberalen als lebendes Kunstwerk: das Richter-Fenster
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Die Liberalen als lebendes Kunstwerk: das Richter-Fenster
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Die Liberalen als lebendes Kunstwerk: das Richter-Fenster
CDU und FDP sticheln wegen Ratsbeschluss zur Volkssitzung gegen SPD, Grüne und Linke

Von Susanne Happe und Christian Deppe

Das saß! Die karnevalistische Protestbewegung gegen das „Nein“ von Rot-Rot-Grün zur Volkssitzung von Alt-Köllen auf dem Neumarkt war gestern das beherrschende Thema bei der Weiberfastnachtsfete im Rathaus. „Willkommen bei den Spaßbremsen“, begrüßte SPD-Ratsfrau Susana Herrmann dos Santos im Rokoko-Outfit die Gäste der Sozis. Deren Parteichef Jochen Ott und Fraktionschef Martin Börschel - angesprochen auf die Demonstration der Karnevalisten mit schwarzen Nasen in der Kölnarena - bemühten sich um Gelassenheit: „Wir nehmen an, die Karnevalisten waren zu unserem 80. Närrischen Parlament in die Kölnarena gekommen. Bis Mittwoch regieren die Narren, danach reden wir dann.“

Jörg Frank, Fraktionsvize der Grünen, die sich plötzlich in der Rolle der festordnenden Autorität wiederfanden, meinte: „Nicht Kulturkamelle sondern Anarchie för Kölle scheint das Motto zu sein. Hier ist Rollentausch angesagt: Das Festkomitee verkörpert die Chaoten, und die Grünen bilden die Obrigkeit.“ Ihre Uniform passte dazu: Als Preußen waren sie aufgezogen in alten Uniformen und mit einem Pferdehintern - als Persiflage auf das Reiterdenkmal am Heumarkt, um das es bekanntlich auch viel Streit gegeben hat. Und als Antwort auf den Karnevalisten-Protest steckten schwarze Nasen auf der Pickelhaube.

Die Liberalen konnten sich einen Seitenhieb auf Rot-Rot-Grün nicht verkneifen, sie waren als Richters Domfenster unterwegs und hatten ihre bunten Hüte mit einer schwarzen Protest-Nase verziert. „Wenn wir zusammen sind, sieht man das Fenster. Am Ende des Tages geht dann jeder als bunte Scherbe seines Weges“, so Fraktionschef Ralph Sterck.

Bei der CDU war Klassik angesagt: Als Pirat hatte sich der Parteichef Walter Reinarz verkleidet. Fraktionschef Winrich Granitzka grüßte im Frack, Vize Karl Jürgen Klipper hatte sich das Emblem einer Fluggesellschaft an den Dreispitz geheftet: „Ich bin der Pilot für die Lustreisen.“ Die schwarze Pappnase allerdings blieb das Accessoire des Tages. „Ich habe auch eine in der Tasche, aber schreiben Sie es bitte nicht“, bat ein SPD-Bezirksbürgermeister.

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