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31.01.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Nicht jeder Raser wird auch geblitzt

Martin Schmitz
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Kameras auf der Zoobrücke liefern nicht für jede Spur scharfe Bilder

Der ADAC kritisiert die lückenhafte Überwachung als "haarsträubend".

Von Matthias Pesch

Die neuen "Starenkästen" auf der Zoobrücke haben nach den ersten Unfallzahlen offenbar Wirkung gezeigt - dabei wird gar nicht jeder Raser geblitzt. Nicht auf der gesamten Strecke zwischen Autobahnkreuz Köln-Ost und Amsterdamer Straße erfassen die Anlagen alle drei Fahrspuren. Das räumte Robert Kilp, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, im Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen auf Nachfrage (A. d. fdp-koeln.de-Redaktion: des Sachkundigen Einwohners der FDP Martin Schmitz) ein. Von den fünf Kästen sind jeweils zwei mit Kameras bestückt. "Die Messsysteme sind technisch auf dem neuesten Stand", versichert Ralf Mayer, Leiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes. Sie seien in der Lage, drei Fahrspuren gleichzeitig zu überwachen - allerdings lieferten die Kameras "nur auf ganz gerader Strecke" auch von den Autos auf der linken Spur beweiskräftige Fotos.

Polizei kontrolliert verstärkt

Sobald die Straße eine leichte Kurve mache, sei dies nicht mehr gegeben, sagt Mayer. Und genau das sei an der letzten Messstation an der Amsterdamer Straße der Fall: Dort bleiben die Raser auf der linken Fahrspur unbehelligt. Der Mittelstreifen sei für die Aufstellung eines Starenkastens zu schmal. Die Polizei werde allerdings an der Lentstraße verstärkt mit mobilen Anlagen kontrollieren, so Mayer. "Auf diese Weise kann das Loch in der Tempomessung geschlossen werden."

Zwei Sonderfälle gibt es zudem an den "Starenkästen" Nummer eins und drei vor dem Tunnel an der Frankfurter Straße und am Auenweg. Die Autos, die dort auf den Einfädelspuren unterwegs seien, würden ebenfalls nicht gemessen, da die Fahrer dort auf das Einordnen in den fließenden Verkehr konzentriert seien. Die Autos auf den beiden anderen Fahrspuren habe die Kamera allerdings im Visier.

Dass nicht durchgehend alle Autos kontrolliert werden, hält der ADAC für "haarsträubend". Wenn man sich schon zu einer Geschwindigkeitskontrolle "hinreißen" lasse, deren Nutzen aus Sicht des Verkehrsexperten Hartmut Minjoth fragwürdig ist, "dann hätte man dafür sorgen müssen, dass überall alle Fahrzeuge gemessen werden".

"Andere Standorte wählen"

Er sieht die Gefahr, dass "bestimmte Autofahrer, die sich auskennen, sich einen Sport daraus machen, möglichst schnell über die Zoobrücke zu kommen". Dass die Stadt auf den Einfädelspuren auf die Messung verzichtet, ist für Minjoth ebenfalls nicht nachvollziehbar. Seiner Meinung nach hätte man andere Standorte für die Starenkästen wählen oder weniger Anlagen aufstellen sollen. (23.01.2008)


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