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16.01.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Heiteres Fest

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"Das Neue Orchester" feierte mit Feuerstein Jubiläum

Von Olaf Weiden

"Das Neue Orchester", eine Erfindung des Kölner Dirigenten und Musikforschers Christoph Spering, wird 20 Jahre jung. Mit dem Chorus Musicus und diversen Solisten gab dies Anlass zu einem philharmonischen Konzert, natürlich mit Ausgrabungen seltener Werke: Der Bühnenkomponist Franz Schubert ließ aufhorchen. Sowohl Kulturdezernent Georg Quander als auch Bundesminister a. D. Gerhart Baum als Vorsitzender des Kulturrates NRW waren zu Wort gebeten, Partei zu ergreifen für den Erhalt dieses Klangkörpers.

Und Baum forderte gleich die Konzertbesucher auf, in einen neu gegründeten "Freundeskreis" einzutreten, um bei der Existenzsicherung des Orchesters zu helfen. Dass sich Abweichungen vom Standardrepertoire lohnen, bewies auch das aktuelle Programm. Denn die Musik des jungen Schubert atmet Frische und Originalität. Dass der Chorus Musicus als Bauernchor klingt wie aus einer heiligen Messe, Chorgesang in Hochkultur, aber ohne Bühnenluft und Lachen, sei dem festlich konzertanten Rahmen gezollt.

Schon die Ouvertüre des Singspiels "Der vierjährige Posten", ein Werk des 18-Jährigen, beginnt mit nervösem Hornruf und entfesselt gleich aufrührende Dramatik. Die Übergange zwischen den Musiknummern erzählte charmant und mit feiner Ironie Herbert Feuerstein, der die berüchtigten Textschwächen der Schubert-Stücke sensibel auf die Schippe nahm und damit das Beste daraus machte - heitere Unterhaltung.

Zum Fest hatte sich Spering drei hochkarätige Solisten eingeladen, den samtenen Bariton Stephan Genz, die leuchtende Sopranstimme von Aga Mikolaj und den viel gepriesenen Tenor Andreas Karasiak, der allerdings kaum zu hören war. Bewegte Orchesterstellen wie in der Ouvertüre zu "Die Zwillingsbrüder" forderte Spering gern lebendig und pulsierend, bühnenwirksam also. Die gut intonierenden Alten Instrumente des Neuen Orchesters überzeugten durchgängig - auch Qualität sichert die Zukunft.

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