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30.11.2007

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

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FDP fordert mehr Familienfreundlichkeit in Köln

Marco Mendorf, MdR
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Mendorf: Köln strengt sich zu wenig an!

Letzte Woche wurde von Familienminister Armin Laschet die neue Initiative „Familie kommt an in Nordrhein-Westfalen“ vorgestellt, mit der die Landesregierung Kommunen in Nordrhein-Westfalen dabei unterstützen will, ein optimales Lebensumfeld für Familien zu entwickeln. Aus Kölner Sicht erklärt dazu Marco Mendorf, Sprecher für Kinder und Jugendliche der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln:

„Die Initiative des Landes kommt zur rechten Zeit, weil Köln unbedingt einen neuen Anstoß von Außen braucht. Denn Köln schneidet bei der aktuellen Prognos-Studie zur Familienfreundlichkeit der Kommunen (Familienatlas 2007) nicht gut ab. Das hat Gründe: Köln strengt sich zu wenig an. Kinder, Jugendliche und Familien haben in Köln keine starke Lobby in der Politik. Vor allem wenn es um Geld geht, wird Familienpolitik nur symbolhaft unterstützt.

Köln wird im „Familienatlas 2007“ insgesamt als „passive Region“ im Hinblick auf den Standortfaktor „Familienfreundlichkeit“ bewertet und schneidet damit schlecht ab, während Düsseldorf zum Beispiel immerhin als „stabile Region“ eingestuft wird. Musterbeispiele sind Stuttgart und München, die sich mit größten Anstrengungen um Familienfreundlichkeit kümmern. Köln sollte sich an diesen Städten ein Beispiel nehmen.

Die größten Defizite hat Köln auf dem Handlungsfeld „Freizeitangebote“. In Köln stehen beispielsweise für 1.000 Jugendliche (10-18 Jahre) gerade einmal neun Betreuungspersonen zur Verfügung. In Stuttgart sind es 12,6 und in Düsseldorf 11,9. In Köln gehen nur 2,7 Prozent der bis 18-Jährigen in die Musikschule. In Düsseldorf sind es immerhin 6,7 Prozent, in Stuttgart 4,4 Prozent und in München 5,9 Prozent. Auch der Anteil der Kinder und Jugendlichen in Sportvereinen ist in Köln unterdurchschnittlich.

Köln hat im Bereich Freizeitangebote zwar viel zu bieten, für eine Großstadt mit hoher Arbeitslosigkeit und Kinderarmut aber lange nicht genug. Und: Viele Angebote im Kultur- und Freizeitbereich sind teuer und können von sozial schwächeren Familien nicht genutzt werden. So bietet der Kölner Zoo beispielsweise keine Tages-Familienkarte an.

Familienfreundlichkeit müsste zu einem Leitthema der Stadt Köln erklärt werden, so wie es im Leitbild 2010 damals vorgesehen war. Hier ist aber viel zu wenig passiert. Aus der Verwaltung kommen viel zu wenig Initiativen und Ideen! Wichtig wären zum Beispiel deutlich mehr Betreuungsplätze für 10 bis 14-jährige Kinder in Jugendeinrichtungen.

Gut fände ich, wenn die Jugendarbeit in Sportvereinen stärker unterstützt würde, Sport und Schule intensiver kooperieren würden. Wichtig wäre es, offene Jugendarbeit auf Spiel- und Bolzplätzen auszuweiten, mehr Musik- und Kulturangebote für Kinder und Jugendliche anzubieten.

Jedes Kölner Museum sollte zum Beispiel jährlich mindestens eine Sonderausstellung speziell für Kinder- und Jugendliche und zusätzlich eine Kinderbetreuung für Familien anbieten. Köln sollte zudem Kinder und Jugendliche stärker in Entscheidungsprozesse einbeziehen, zum Beispiel bei der Planung von Grünanlagen, Schulhöfen und öffentlichen Plätzen.

Die FDP will, dass Köln eine familienfreundliche Stadt wird. Dazu brauchen wir ein Maßnahmenkonzept mit diesen und anderen Vorschlägen. Dazu brauchen wir aber auch eine starke Verwaltung und den politischen Willen. Hier sehen wir momentan die größte Schwäche.“


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Kinder- und Jugendpolitik.

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