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04.11.2007

Liberale Frauen Köln

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Wittmütz fordert Umdenken

Dr. Annette Wittmütz
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Dr. Annette Wittmütz
Diskussion im Rathaus

Die Vorsitzende der Liberalen Frauen Köln und Beisitzerin im Kreisvorstand der Kölner FDP, Dr. Annette Wittmütz, diskutierte am Freitag vergangener Woche im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums des Gleichstellungsamtes der Stadt Köln in der Piazetta des Historischen Rathauses mit Kerstin Müller, MdB, Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Marion Gierden-Jülich, Staatssekretärin im Ministerium für Generationen, Familie und Integration, CDU, und Ulrike Heuer, SPD, Stellvertretende Vorsitzende der Kölner Ratsfraktion, über aktuelle Themen der Frauenpolitik.

Wittmütz stellte voran, dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zwar mittlerweile als Selbstverständlichkeit gelte, die wirtschaftliche Realität jedoch noch weit davon entfernt sei: Derzeit bestehe in Deutschland eine Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen von über 20%. Sogar bei gleicher Qualifikation und Berufserfahrung verdienten Frauen durchschnittlich 12% weniger als Männer.

Frauen unter 30 seien mit 43% fast genauso stark in Leitungspositionen vertreten wie gleichaltrige Männer, ihr Anteil sinke jedoch ab der Geburt des 1. Kindes bis zum Alter von 40 Jahren auf knapp über 20%. Nach einer Zeit der Familienarbeit habe ein erschreckend hoher Anteil der Frauen große Schwierigkeiten, wieder oder erstmalig in das Erwerbsleben einzusteigen. Alle Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion waren sich einig, dass dies nicht länger akzeptiert werden könne.

Um diese rückständigen Zustände zu beseitigen, seien, so Wittmütz, nicht nur politische Forderungen zu stellen, wie etwa die Erweiterung der Kinderbetreuungsmöglichkeiten durch Kita-Plätze, durch die bürokratische und sozialversicherungsrechtliche Vereinfachung für Tagesmütter, die Erleichterung für Betriebe, interne Kitas einzurichten, die Erhöhung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Kinderbetreuungskosten (derzeit 2/3 der Kosten, max. 4.000€ je Kind) sowie die dringende Abschaffung der Lohnsteuerklasse V.

Sie forderte daneben mit allem Nachdruck die Wirtschaft auf, Frauen und Männern nach einer Zeit der Kinderbetreuung bessere Chancen des Wiedereinstiegs zu bieten und flexiblere Arbeitszeitmodelle zu schaffen. Erforderlich sei ein grundsätzliches Umdenken: Durch die Kinderbetreuung oder die Pflege älterer Angehöriger würden Potentiale und Fähigkeiten wie soziale Kompetenz und Verantwortung, Veränderungsbereitschaft, Toleranz, Flexibilität und nicht zuletzt eine große Leistungsbereitschaft und -fähigkeit gestärkt, die selbstverständlich auch im beruflichen Leben von großem Wert seien. Es sei absurd, dass diese Kompetenzen zum Teil in teuren Seminaren erlernt werden, bei Müttern nach einer Zeit der Familienarbeit aber nicht entsprechend anerkannt würden.

Die Weiterentwicklung in den Zeiten der Kinderbetreuung müsse selbstverständlich auch im Lohngefüge sichtbar werden: Bei gleicher Qualifikation dürften im Rahmen der Gehaltsbemessung nicht länger allein die Jahre der Berufserfahrung berücksichtigt werden; die Betreuung der Kinder oder die Pflege von Angehörigen sei keine „Auszeit“.

Die Kinderbetreuung durch die Väter als realistische Alternative setze die vollständige Angleichung der Gehälter von Frauen und Männern voraus. Im 1. Halbjahr 2007 habe der Anteil der Väter unter den bewilligten Anträgen auf Elterngeld nur bei 8,5% gelegen; dies sei jedoch wegen der Gehaltsdifferenz zwischen Vätern und Müttern für viele Familien allein eine Frage der wirtschaftlichen Notwendigkeit. In diesem Zusammenhang stellte sie klar, dass die Anknüpfung an das Netto-, nicht an das Bruttogehalt zur Bemessung des Elterngeldes völlig unbefriedigend sei, da in der Vielzahl der Fälle das Einkommen der Frauen nach Lohnsteuerklasse V versteuert werde, also gegenüber der Lohnsteuerklasse III erheblich benachteiligt sei.

Erst wenn Familienarbeit genauso gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung erführe wie Erwerbstätigkeit und dadurch die Gehaltsdifferenz zwischen Männern und Frauen beseitigt werde, sei auch wirtschaftlich die Gleichberechtigung erreicht; erst dann seien die Probleme der Kinder(fremd)betreuung nicht mehr Frauenpolitik, sondern ebenso Männersache, also Familienpolitik, so Wittmütz abschließend.

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