Die Region Köln, so stellte erst kürzlich eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung fest, gehört in der Biotechnologie zu den Spitzenregionen in Deutschland. Drei Tage lang war sie sogar die „deutsche Hauptstadt der Lebenswissenschaften“ – während der „European Bio-Perspectives 2007“, der größten Tagung von Biotechnologen in Deutschland, die in diesem Jahr erstmals in Köln stattfand.
Wesentlich für die positive Entwicklung zur BioTech-Metropole sind die Standortfaktoren der Region, die beste Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Zwei Universitäten, mehrere Max-Planck-Institute sowie zahlreiche andere Forschungseinrichtungen bieten ein erstklassiges wissenschaftliches Umfeld. Die Studie belegt außerdem die gute Verfügbarkeit von Wagniskapital. Mit reinen Biotechnologiestandorten wie dem BioCampus Cologne und der BioFactory Cologne verfügt Köln über modernste Labor- und Produktionsflächen. Gründer finden kompetente Betreuung in Technologie- und Gründerzentren wie dem Rechtsrheinischen Technologie- und Gründerzentrum Köln (RTZ), dem Rheinisch-Bergischen Technologiezentrum oder ST@RT Hürth sowie in den Netzwerken BioCologne e.V. und BioPartners Cologne, dem Biotech-Netzwerk der Sparkasse KölnBonn. So war es naheliegend, dass sich die 19 Biotech-Fachgesellschaften und -organisationen unter der Federführung der Dechema, der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., für Köln als Veranstaltungsort der diesjährigen BioPerspectives entschieden hatten. In den Messehallen stellten sie ein Veranstaltungsprogramm mit mehr als 150 Referaten, Seminaren und Vorträgen vor. Eingeleitet wurde die Tagung mit einer Konferenz zum Thema „Wissensbasierte Bio-Industrie“, bei der internationale Experten die „Kölner Erklärung“ (Cologne Paper) präsentierten. Darin wird der Biotechnologie im Verlauf der kommenden zwei Jahrzehnte eine herausragende Bedeutung nicht nur für die europäische Wirtschaft zugesprochen, sondern auch eine entscheidende Rolle bei Fragen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit oder der wachsenden und alternden Weltbevölkerung.
Ergänzt wurde das Vortragsprogramm durch die Präsentation von wissenschaftlichen „Postern“, Stellwänden, auf denen Forschungseinrichtungen und Unternehmen ihre Innovationen präsentieren konnten. Alle mehr als 240 Poster waren einbezogen in die Vergabe des ersten „Cologne BioInnovation Awards“ von BioCologne und BioPartners Cologne.
Ausgezeichnet werden mit diesem Preis wissenschaftliche Arbeiten und Entwicklungen, deren Nutzen für die praktische Anwendung offensichtlich ist und die sich in absehbarer Zeit wirtschaftlich verwerten lassen.
Prof. Dr. Andreas Pinkwart, NRW-Innovationsminister, ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit Franz-Josef Schäfer vom Vorstand der Sparkasse KölnBonn die Preisgelder zu überreichen. Den Hauptpreis nahm Yvonne Genzel für ein Kooperationsteam der TU-Dresden, des Max-Planck-Instituts und der Universität Magdeburg entgegen. Die Wissenschaftler erhielten den Preis für die Entwicklung von Herstellungsprozessen von stabilen Vero- und MDCK-Zellen, die zur Produktion von Impfstoffen vor allem gegen Influenza benötigt werden. Der zweite Peis ging an ein Team der TU Kaiserslautern sowie der Universitäten München und Bonn zur Reduzierung kristalliner Biofilme auf Implantaten, der dritte Preis ging in die USA für Verbesserungen bei der Produktion von Pflanzenzellen zur Herstellung von Impfstoffen in der Tiermedizin. Die Jury sprach zahlreichen Postern eine große wissenschaftliche Qualität, einen hohen Innovationsgrad und praktische Relevanz zu – Kriterien, die, wie Minister Pinkwart heraushob, Deutschland zu einem der attraktivsten Standorte für Biowissenschaften weltweit machen.
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04.09.2007
Köln Magazin
Pressespiegel
Köln drei Tage lang Kapitale der Lebenswissenschaften
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