Gebauer: Samstagsunterricht ungeeignet und nicht vermittelbar - Politische Verantwortung der Landesregierung beim gymnasialen Ganztag weiterhin gefragt
Zur geplanten Wiedereinführung von Samstagsunterricht an Gymnasien im Land Nordrhein-Westfalen erklärt die schulpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Yvonne Gebauer:
"Vieles ist in der Vergangenheit im Bereich Schule und Weiterbildung auf den Weg gebracht worden - so z.B. die Aufhebung der Schulbezirksgrenzen und die Verkürzung der Schullaufbahn von 9 auf 8 Jahren. Diese Verkürzung war notwendig, damit unsere Kinder im internationalen Vergleich auch altersmäßig eine Chance haben.
Verkürzung der Schullaufzeit heißt aber, dass der vorhandene Stoff von ehemals 9 Jahren nunmehr auf 8 Jahre verteilt werden muss. Das wiederum hat zur Folge - dafür braucht man keine mathematischen Fähigkeiten und kein Abitur -, dass die wöchentliche Stundenzahl für die Schüler erhöht werden muss, damit der Lehrstoff erarbeit werden kann.
Über die Folgen der Erhöhung der wöchentlichen Stundenzahl hat sich die Landesregierung weder im Vorfeld zur Gesetzesänderung noch im Nachhinein keine ausreichenden Gedanken gemacht. Ganz im Gegensatz zu den Schulen, die die Sommerpause genutzt haben, um eigene Konzepte zur Bewältigung der neuen Aufgabe zu erarbeiten.
Jetzt, nachdem die Kommunen des Landes Nordrhein-Westfalen in vielfachen Anfragen über die Ausgestaltung bzw. Finanzierung des durch die Änderung notwendig gewordenen Ganztages im gymnasialen Bereich beim Land auf taube Ohren gestoßen sind, kramt das Schulministerium des Landes NRW den alten Hut "Unterricht am Samstag" wieder hervor.
Von diesem Erlassentwurf distanziert sich die Kölner FDP-Fraktion. Schnellschüsse dieser Art helfen weder Eltern, Lehrern noch Kindern. Die Umsetzung produziert so viele Probleme und Kosten für die Kommunen, dass sie als Lösung schlicht nicht geeignet und auch weder in der Eltern- noch in der Schülerschaft vermittelbar ist.
Vielmehr würde es Sinn machen, nach einem Jahr einen Erfahrungsaustausch mit den Schulen bzw. Lehrern und Eltern im Land herzustellen, um gemeinsam nach einer dauerhaften und sinnvollen Lösung für die Schüler zu suchen.
Wir als FDP-Fraktion setzen nach wie vor auf "echten" Ganztag ohne Samstag und fordern in diesem Zusammenhang die Landesregierung auf, sowohl konzeptionell als auch finanziell ihren Beitrag zu leisten."
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