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11.08.2007

FDP-Kreisverband Köln

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Altitude 07 – Tage der offenen Tür

Kunsthochschule für Medien
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Kunsthochschule für Medien
Arbeitskreis Medienpolitik besuchte Kunsthochschule für Medien

Von Wolfgang Baumann

Die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) lud wieder zu ihrem kostenlosen alljährlichen Rundgang in die Räumlichkeiten rund um den Peter-Welter-Platz nahe dem Heumarkt ein. Hier konnten interessierte Besucherinnen und Besucher insbesondere die Abschlussarbeiten der Studierenden zum Ende des Sommersemesters besichtigen. Regina Maas von der KHM-Pressestelle und Oliver Sand empfingen zahlreiche Gästen, darunter auch einige Mitglieder des Liberalen Arbeitskreises Medienpolitik.

Schwerpunkte der Präsentationen waren in diesem Jahr die Foto- und Videoarbeiten. Sie reichten im Fotobereich von dokumentarischen Formen bis zu Inszenierungen, vom freien künstlerischen Ausdruck bis hin zu gesellschaftspolitischen Themen. Die Videoarbeiten waren gekennzeichnet durch ihre, so Regina Maas, „grundsätzliche Tendenz zur Genreüberschreitung“, also eher hybride Formen zwischen Fiktion, Dokumentation und Experiment. Eine große Vielfalt an Themen bestimmte diese Projekte: autobiografische Ansätze, Auseinandersetzungen mit Familie, Adoleszenz und Erwachsensein, Leitbildern und Rollenverhalten.

Immer gegenwärtig: die unterschiedlichen Repräsentationsformen von Massenmedien in Gestalt von allerlei Kameras und Videowürfeln, z.B. auch auf einem von Georg Schütz entworfenen Baustellengerüst. Diesen „Point of free speech“ als Ort freier und öffentlicher Rede konnte jeder, der wollte, symbolisch besteigen. Am obersten Punkt angekommen, wurde jeder „Redner“ von einer am Gerüst installierten Kamera aufgezeichnet. So ist das in der heutigen Mediengesellschaft: Der Betrachter wird selbst betrachtet und seine Rede ist vielleicht gar nicht so frei, wie es zunächst scheint.

Zu sehen gab es auch Skulpturen, Holografien, Malereien oder inter- und reaktive Installationen, wie z.B. „Rechnender Raum“, eine Abschlussarbeit von Ralf Becker: ein mit allerlei Drähten und Gewichten umspanntes filigranes Holzgerüst, benannt nach einem gleichnamigen, 1969 erschienenen Buch des Ingenieurs Konrad Zuse. Er konstruierte bereits 1937 den ersten elektronisch angetriebenen mechanischen Rechner „Z-1“, der als Vorläufer des modernen Computers gilt. Zuse war nicht nur Techniker, sondern zugleich auch Erfinder, Tüftler und Entdecker, mit einem Wort: Künstler. Technik trifft Kunst, könnte insofern der Untertitel von Beckers Idee lauten.

Insgesamt bot der Rundgang den Gästen interessante und oft überraschende Einblicke in die kreative Welt der Kunst. Eine Welt, die bekanntlich durch ganz unterschiedliche Formen und Ansichten geprägt ist. Gerade diese Vielfalt sei das Interessante, so Oliver Sand, wobei der „Interpretationsspielraum besonders in der klassischen Kunstform der Malerei weit offen ist“, im Gegensatz zu den eher „technischen Arbeiten“ wie dem rechnenden Raum. Gleich neben diesem „Raum“ beschrieb Cathleen Wolter ihre Interpretation des ganz normalen Casting-Show-Wahns im deutschen Fernsehen: „Your next superstar“ zeigte einen aufgeblasenen, aber hohlen Ballon auf einem Podest, neben sechs anderen erschlafften, denen bereits die Luft ausgegangen war. Wer wollte, konnte hier viel luftigen Raum für Spekulationen über das heutige TV-Programm entdecken. Kunst ist bekanntlich frei.

Im Anschluss an die Führung boten sich den Gästen noch verschiedene Gelegenheiten, Näheres über die Konzepte und Ideen von den Künstlern zu erfahren. Zudem gab es weitere Informationsmöglichkeiten über das Angebot der KHM Köln, z.B. über ihren europaweit einzigartigen integrierten Studiengang „Audiovisuelle Medien“.

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