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29.07.2007

FDP-Kreisverband Köln

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Weltweite Visitenkarte

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Arbeitskreis Medienpolitik zu Gast bei der Deutschen Welle

Von Wolfgang Baumann

Ein weiterer Außentermin des Liberalen Arbeitskreises Medienpolitik unter dem Vorsitz von Wout Nierhoff führte die Teilnehmer nach Bonn. Hier bot Dr. Johannes Hoffmann, Leiter der Abteilung Kommunikation und Pressesprecher der Deutschen Welle (DW), interessante Einblicke in die Arbeit des deutschen Auslandsrundfunks.

Die DW produziert Fernseh-, Hörfunk- und Internet-Angebote auf Deutsch und in vielen anderen Sprachen. Das weltweit verbreitete DW-TV sendet mit einem 24-Stunden-Programm auf Deutsch und Englisch, in stundenweisen Regionalfenstern auch auf Arabisch und Spanisch. DW RADIO und das Internetangebot DW-WORLD.DE bieten ein weltweit abrufbares Informationsangebot in 30 Sprachen, auch in Chinesisch und Russisch. Der Sender wendet sich mit seinem Angebot vor allem an ausländische Entscheidungsträger weltweit, die politisch-gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland und Europa mit besonderem Interesse verfolgen. Eine weitere Zielgruppe der aus Steuermitteln finanzierten DW – 2007 beträgt der Etat rund 270 Millionen Euro – sind Menschen in Krisenregionen und unfreien Medienmärkten, Deutschlernende oder an der deutschen Sprache Interessierte sowie Deutsche, die vorübergehend im Ausland leben, wie Manager, Entwicklungshelfer oder Diplomaten.

Besondere Bedeutung hat heute die Förderung des Dialogs mit der islamisch-arabischen Welt: so bietet DW-WORLD.DE umfangreiche Seiten in arabischer Sprache an, die von einer eigenständigen Redaktion betreut werden. Eine Hauptaufgabe des Senders liege darin, sagte Hoffmann, die Grundwerte einer freiheitlichen und rechtsstaatlichen Gesellschaft über viele Kanäle in die Welt zu vermitteln. Zwei Drittel der Menschheit leben in Staaten, wo keine Pressefreiheit oder andere demokratische Grundrechte gewährt sind, z.B. in Asien oder Afrika. Die DW mit ihren rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Standorten Bonn und Berlin – wo das Auslandsfernsehen DW-TV produziert wird – sei ein wichtiger Faktor für die mediale Außenrepräsentanz Deutschlands. Mit DW-TV, DW-RADIO, DW-WORLD.DE sowie der DW-AKADEMIE, einer Fortbildungseinrichtung für Medienfachkräfte aus aller Welt, sei die DW eine „weltweite mediale Visitenkarte Deutschlands“, so Hoffmann.

Eine Visitenkarte mit historischen Wurzeln: Insbesondere in den 50er und 60er Jahren sei die DW ebenso wie die Auslandssender anderer Staaten auch ein „Instrument des Kalten Krieges“ zwischen den beiden politischen Blöcken gewesen. Russische Störsender aus früheren Zeiten gehören zwar der Vergangenheit an, aber in autokratischen Systemen gebe es immer noch Versuche, die Informationsfreiheit einzuschränken. Beispiel China: die dortige „Internet-Polizei“ versuche immer wieder das chinesische Angebot von DW-WORLD.DE zu blocken. Solche Versuche, die man „gelegentlich durch technische Umwege umgehen“ müsse, zeigten aber auch die große Bedeutung der DW für weltweite Demokratisierungsbemühungen.

Leider werde das in Politik und Öffentlichkeit nicht immer so anerkannt. Gerade Ende der 90er Jahre sei die öffentlich-rechtliche DW Opfer von politischen Sparplänen gewesen. „Das hat zu massiven Etatkürzungen geführt, die das Haus vor erhebliche Probleme gestellt haben“, so Hoffmann. Seit dem Regierungswechsel und mit dem Amtsantritt von Staatsminister Bernd Neumann als Beauftragtem der Bundesregierung für Kultur und Medien, habe sich dieser Trend aber verändert. Gleichwohl sei die finanzielle Lage der DW ernst, und einige in der mittelfristigen Aufgabenplanung 2007 bis 2010 enthaltene Projekte, die nach Überzeugung der DW sinnvoll und notwendig wären, könnten nur mit zusätzlichen Mitteln gestartet werden. Die DW werde weiterhin versuchen, Politik und Gesellschaft den Mehrwert des Auslandsrundfunks zu vermitteln. In folgenden Bereichen wolle die Deutsche Welle in den kommenden Jahren besondere Akzente setzen, erläuterte Hoffmann:

1. Demokratieförderung: Ein Schwerpunkt der DW sei der Dialog und Kulturaustausch mit den Ländern der arabisch-islamischen Welt. In den arabischen Staaten, Hoffmann zufolge „dem weltweit dynamischsten Medienmarkt“ mit über 200 Sendern, werde sich die DW mit dem Arabischen Programm von DW-TV künftig besonders positionieren, aber auch mit ihren arabischen Angeboten im Hörfunk und Internet. Als sinnvoll, aber derzeit nicht finanzierbar, enthalte die DW-Aufgabenplanung den Vorschlag zur Ausweitung des TV-Programmangebots in Spanisch von zwei auf vier Stunden. Lateinamerika sei der erfolgreichste Fernsehmarkt der DW. In einigen Ländern wie etwa Venezuela seien die demokratischen Freiheiten durchaus bedroht. Auch ein TV-Programmfenster in Russisch und ein chinesisches TV-Magazin könne sich die DW vorstellen. Innerhalb der geopolitischen Schwerpunktsetzung nehmen Russland und China eine immer bedeutsamere Rolle ein. Hier besteht eine immer größere Nachfrage nach einem Angebot von DW-TV in der jeweiligen Landessprache.

2. Weiterbildung: Die DW-AKADEMIE in Bonn als übergreifende Fortbildungseinrichtung für Journalisten ebenso wie für Techniker und Rundfunkmanager solle um einen bilingualen Masterstudiengang erweitert werden. Hier stehe die DW im Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern, auch in der Landesregierung NRW, um eine Unterstützung des Projekts zu erreichen. In jüngster Zeit waren Referenten der DW-AKADEMIE z.B. in Afghanistan, Palästina, Pakistan, Sudan, Syrien oder Iran im Einsatz und hielten dort unter anderem Schulungen zu journalistischen Grundsätzen, neuen Techniken oder Rundfunk-Management.

3. Zielgenaue Ansprache: „Auslandsrundfunk ist immer ein Nischenprodukt“, so Hoffmann. Die DW müsse sich noch stärker als bisher an bestimmten Kernzielgruppen ausrichten. Im Fernsehbereich werde die DW zum Beispiel nun kostengünstiger arbeiten und die Zielgruppen besser bedienen können: Seit Jahresbeginn kann DW-TV gemäß einer Verwaltungsvereinbarung mit den anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gegen eine Kostenpauschale verstärkt auf ARD- und ZDF-Material zugreifen. Daher könne die DW nun auch zu unterschiedlichen Zeiten mehr neue und regionalisierte Programme ausstrahlen und die Wiederholungsrate des TV-Programms senken. Im Radiobereich sei eine UKW-Verbundstrategie bedeutsam, bei der man auf eine Kombination aus Partnerstationen – die DW-Sendungen übernehmen und auf eigenen Kanälen wiederausstrahlen – und eigenen UKW-Frequenzen setze. Qualitativ hochwertige Programme, sagte Hoffmann, verlangten nach bestmöglicher Übertragungsqualität und Nähe vor Ort.

4. Technologie: Die DW sei in vielen medientechnischen Feldern „Vorreiter“, habe z.B. als erster öffentlich-rechtlicher Sender in Deutschland Internet und Podcasts eingeführt. Solche Audio- bzw. Videoportale sind heute Standard für Rundfunkanbieter. Im Unterschied zu den Landesrundfunkanstalten und dem ZDF, die sich auf Programmbegleitung beschränken müssen, hat die DW den Auftrag, auch eigene journalistische Inhalte für das Internet produzieren. Die Multiplattform-Strategie der DW sehe vor, so Hoffmann, Inhalte für möglichst viele verschiedene Kanäle bereitzustellen, von Fernsehen und Radio über Internet bis hin zu mobilen Endgeräten der Telekommunikation.

Auslandsrundfunk sei ein „komplexes und kompliziertes Geschäft“, so Hoffmann. Die Zahl der Mitbewerber steige ständig – zuletzt sind France24 und Russia Today auf Sendung gegangen. Hierfür wünsche er sich in Politik und Gesellschaft noch etwas mehr Verständnis. Hervorzuheben sei aber, dass in der Politik in den vergangenen beiden Jahren das Interesse an der Arbeit der DW und das Verständnis für die Bedeutung des Senders gewachsen seien. Staatsminister Bernd Neumann oder Außenminister Frank-Walter Steinmeier stünden der DW „sehr positiv gegenüber“. Sehr gut entwickelt habe sich im Vergleich zu früheren Jahren auch die Kooperation mit ARD-Landesrundfunkanstalten und ZDF. Das könne die mediale Präsenz Deutschlands in der Welt nur verbessern.

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