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15.12.2006

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

"Crypta Colonia" unter dem Rathausplatz?

Römische Mauer unter dem Rathausplatz
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Römische Mauer unter dem Rathausplatz
Gemeinsame Sondersitzung von Kultur- und Stadtentwicklungsausschuss zum Projekt "Archäologische Zone"

Bei den Planungen zum "unterirdischen Museum" unter dem Rathausplatz gibt es zeitliche Verzögerungen - die Dezernenten sehen das Projekt aber nicht gefährdet.

Von Carl Dietmar und Clemens Schminke

Auf der gemeinsamen Sitzung von Kultur- und Stadtentwicklungsausschuss stellte der Leiter der Stabsstelle "Archäologische Zone", Sven Schütte, gestern seine Planungen für das Projekt vor, das im Rahmen der "Regionale 2010" realisiert werden soll. Dabei hat Schütte vorgeschlagen, die "Archäologische Zone - in Anlehnung an die Abkürzung des römischen Stadtnamens CCAA (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) - in "Crypta Colonia - Archäologisches Areal" umzubenennen.

Das Projekt soll den Denkmalschatz unter dem Rathausplatz, Relikte aus Kölns römischer, jüdischer und mittelalterlicher Vergangenheit, darunter Mikwe und Prätorium, zu einem einzigartigen unterirdischen Museum umgestalten, "durch eine besucherfreundliche Erschließung und eine anspruchsvolle Präsentation" will Schütte die Geschichte von Ort und Region zukunftsweisend vermitteln.

Entgegen der bisherigen Planung soll der Eingangsbereich zur Archäologischen Zone nicht in der Straße Obenmarspforten (gegenüber dem Eingang des Wallraf-Richartz-Museums) liegen - Schütte, dessen Vortrag vor allem von der FDP mit Lob bedacht wurde, möchte die Archäologische Zone vom ehemaligen Ratskeller aus (Eingang Alter Markt) erschließen (A.d.fdp-koeln.de-Redaktion: was auf eine Idee der FDP von 2001 zurückgeht); dort sei die Möglichkeit gegeben, Foyer, Gastronomie, Medienräume und einen Museumsshop einzurichten.

Im Keller unter dem Hansasaal sollen Ausstellungsräume zur Geschichte des ältesten deutschen Rathauses entstehen, ehe die Besucher in Bereiche eintreten können, die teilweise schon erschlossen sind, den Bereich des jüdischen Viertels mit der Mikwe und der Synagoge, die nach der Vertreibung der Juden (1424) zur Ratskapelle umgebaut wurde, sowie den Bereich des Prätoriums, des römischen Statthalterpalastes.

Schütte und Kulturdezernent Georg Quander mussten einräumen, dass es zeitliche Verzögerungen bei der Planung gegeben habe, unter anderem, weil das Projekt mit den Planungen für das "Haus und Museum der jüdischen Kultur" abgestimmt werden müsste, sie betonten aber, dass das Projekt insgesamt nicht gefährdet sei. Nach Angaben Schüttes sollen Ausgrabungen im Bereich des Rathausplatzes "sofort beginnen", im zweiten Quartal 2007 werde der Architektenwettbewerb ausgelobt, die Ausschreibung der Baumaßnahmen finde im zweiten Quartal 2008 statt, so dass der Baubeginn in Frühjahr 2009 erfolgen könne.

Auf Nachfragen von Ausschussmitgliedern sagte Schütte, dass sein Projektansatz noch nicht mit dem Büro der "Regionale 2010" abgestimmt sei, dass auch das gerade erst neu gestaltete Prätorium noch einmal "überholt" werden müsste. Als Hans-Georg Bögner (SPD) daran erinnerte, dass der geplante neue Eingangsbereich im ehemaligen Ratskeller schon einmal auf eine entsprechende Eignung überprüft worden sei, wobei man statische Mängel entdeckt hätte, wies Baudezernent Bernd Streitberger darauf hin, dass ihm keinerlei statische Probleme bekannt seien - notfalls müsste man "gewisse Probleme" mit erhöhtem Aufwand lösen.

Streitberger stellte im Übrigen klar, dass die Bauarbeiten für die Archäologische Zone nach seinen Schätzungen etwa zwei Jahre dauern werden - was Lothar Theodor Lemper (CDU) mit der Bemerkung kommentierte, dass das Projekt dann ja möglicherweise nicht rechtzeitig zur Regionale fertig werde. Streitbergers Antwort: "Ja, wir werden erst 2011 fertig." Den Besuchern der "Regionale 2010" werde man, so ein Mitglied des Kulturausschusses, die Archäologische Zone als "work in progress" präsentieren können.

Am Rande der Sitzung wurde bekannt, dass Schüttes Stabsstelle bei der Landesregierung Mittel aus dem NRW-Denkmalförderungsprogramm für die Grabungen auf dem Rathausplatz beantragt hat. Dieser Antrag wurde vom zuständigen Ministerium aber aus fachlichen Gründen, wie es hieß, abgelehnt.


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Haus und Museum der jüdischen Kultur.

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