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02.11.2006

Kölner Stadt-Anzeiger

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Einbahnstraße wird gedreht

Christtraut Kirchmeyer, MdR
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Christtraut Kirchmeyer, MdR
15 Punkte gegen das Verkehrschaos

Regierungspräsident Lindlar hat der Stadtverwaltung vorgeworfen, Lösungsvorschläge nicht berücksichtigt zu haben.

Von Tobias Morchner

Regierungspräsident Hans Peter Lindlar hat die Stadtverwaltung wegen der chaotischen Verkehrsverhältnisse in der City gerügt. Die Stadt habe die Ratschläge der Polizei nicht angenommen "und selber keine Vorschläge zur Verbesserung gemacht", sagte Lindlar am Dienstag. Jetzt diene die Polizei als "Notstopfen, der eingreifen muss, wenn die Karre im Dreck hängt und sich keiner mehr bewegt".

Unterdessen hat die Verwaltung ein Ad-hoc-Programm vorgestellt, um die Probleme zu lösen. Gemeinsam mit der Polizei und dem Ordnungsamt hat Klaus Harzendorf, Leiter des Amts für Straßen und Verkehrstechnik, einen 15-Punkte-Plan für den Notfall zusammengestellt. Kernstück dieser Hilfsmaßnahmen ist, dass die Bahndammstraße wieder in Richtung Rheinuferstraße genutzt werden kann. Derzeit ist die Bahndammstraße wegen der Baumaßnahmen nur von der Rheinuferstraße in Richtung Altstadt befahrbar, aber nicht umgekehrt. "Wir werden diese Einbahnstraßen-Regelung umdrehen, so dass wir einen direkten Abfluss des Verkehrs zur Rheinuferstraße erhalten", so Harzendorf. Diese Regelung wird ab Samstag auch an den Wochentagen beibehalten.

Außerdem sollen ab dem nächsten Wochenende sämtliche Ampeln in der Altstadt neu geschaltet werden. Der Abfluss des Verkehrs aus der Stadt heraus soll so beschleunigt werden. Darüber hinaus soll die Verkehrsleitzentrale auch am Samstag besetzt werden. Dort sollen alle Informationen über die Verkehrssituation in der City gebündelt und dann entschieden werden, zu welchem Zeitpunkt welche Schritte eingeleitet werden. Zum Beginn der Karnevalssession am Samstag, 11. November, soll die ganze Innenstadt, genau wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft, großräumig abgesperrt werden.

45 Mitarbeiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes der Stadt Köln werden am Wochenende in der Innenstadt unterwegs sein. Sie sollen zusätzliche Lageberichte aus der gesamten Altstadt an die Verkehrsleitzentrale liefern. Außerdem wird ein Hubschrauber der Kölner Polizei aus der Luft die Verkehrssituation überwachen.

Klaus Harzendorf: "Wir sind froh, dass wir endlich wieder gemeinsam, also mit der Polizei und den Ordnungskräften, die Verkehrsprobleme in der City angehen können." Auch Udo Behrendes, Leiter der Polizei-Inspektion Mitte, ist mit dem Lösungsvorschlag zufrieden: "Die Kuh ist vom Eis." Sollte dennoch erneut ein Verkehrschaos in der Innenstadt drohen, wird zusätzlich zu den erwähnten Schritten die Ausfahrt über den Heumarkt ermöglicht. "Das wäre der Worst-Case, denn derzeit ist die Ausfahrt wegen Baumaßnahmen ebenfalls nicht möglich", so Robert Kilp, Leiter des Amts für öffentliche Ordnung.

Im Verkehrsausschuss wurde am Dienstag ebenfalls heftig über den Verkehrskollaps der vergangenen Wochenenden diskutiert. Auf Antrag der FDP-Fraktion erörterten die Mitglieder in einer aktuellen Stunde mögliche Lösungsansätze. Deren verkehrspolitische Sprecherin, Christtraut Kirchmeyer, warf der Stadtverwaltung vor, "nicht sehr konstruktive Vorschläge" gemacht zu haben. Sie kritisierte, dass die Tiefgarage am Rheinauhafen noch immer nicht ins Parkleitsystem der Stadt aufgenommen worden sei.


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Verkehrspolitik.

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