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22.02.2006

ALDE-Fraktion im Europäischen Parlament

Meldung

Koch-Mehrin: "Tal der Wölfe" nicht verbieten

Im Cinedom sorgte der Film für ein ausverkauftes Haus
Im Cinedom sorgte der Film für ein ausverkauftes Haus
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Im Cinedom sorgte der Film für ein ausverkauftes Haus
Der türkische Film „Tal der Wölfe“ erregt weiterhin die Gemüter. CSU-Chef Edmund Stoiber forderte die deutschen Kinobetreiber auf, den Film abzusetzen. Dr. Silvana Koch-Mehrin, stellvertretende Vorsitzende der Liberalen im Europäischen Parlament, weist diese Forderungen scharf zurück. Der „Netzeitung“ sagte sie, Stoiber verhalte sich genauso „wie die Regimes in den arabischen Ländern, die die europäische Meinungs- und Pressefreiheit angreifen.“

In dem Action-Film des Regisseurs Serdar Akar kämpft ein türkischer Geheimdienstler im Irak gegen die USA. Westliche Politiker und Kirchen kritisieren viele Szenen des Films als anti-amerikanisch und antisemitisch. Seit anderthalb Wochen läuft „Tal der Wölfe“ in türkischem Originalton mit deutschen Untertiteln auch in deutschen Kinos. Die Multiplex-Kette Cinemaxx nimmt den Film ab Donnerstag aus dem Programm.

FDP-Präsidiumsmitglied Koch-Mehrin sagte über den Film, man könne ihn genau wie die dänischen Mohammed-Karikaturen geschmacklos finden, trotzdem falle er aber unter die Meinungs- und Pressefreiheit. Stoiber falle mit seiner Forderung denjenigen in den Rücken, die westliche Werte wie die Pressefreiheit gegen den islamistischen Fundamentalismus verteidigen. Wegen der zahlreichen Gewaltszenen plädiert die Europa-Abgeordnete jedoch dafür, „Tal der Wölfe“ erst ab 18 Jahren freizugeben. Bisher gilt die Altersgrenze von 16 Jahren.

Auch Mehmet Daimagüler, Mitglied im FDP-Bundesvorstand und Ehrenvorsitzender der liberalen türkisch-deutschen Vereinigung, sprach sich gegen ein Verbot des umstrittenen Films aus. Im „Deutschlandradio Kultur“ sagte er, dass „Tal der Wölfe“ nicht zu einer Radikalisierung junger Türken in Deutschland beitrage. Daimagüler rief die deutsche Politik dazu auf, endlich anzuerkennen, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei. Gleichzeitig appellierte er aber auch an die Türken in Deutschland: "Integration ist eine harte Aufgabe. Das erfordert viel Einsatz von beiden Seiten. Und dieser Einsatz ist von beiden Seiten bislang nicht gebracht worden."

Obwohl sie ein Verbot des Films für kontraproduktiv hält, übt Koch-Mehrin deutliche Kritik an der Haltung der türkischen Regierung. „Dass türkische Regierungsvertreter den Film loben und zum Anschauen auffordern, halte ich für fragwürdig“, sagte sie der „Netzeitung“. Die türkische Regierung solle sich lieber neutral verhalten, um ihre Vermittlerrolle im Karikaturenstreit nicht in Frage zu stellen.


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