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08.08.2005

FDP-Kreisverband

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Breite: Gesellschaftspolitische Rolle rückwärts verhindern

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NRW-Schulministerium zieht europäisches Handbuch zum Umgang mit Homosexualität im Unterricht aus dem Verkehr

Das Schulministerium hat ein europäisches Handbuch zum Umgang mit Homosexualität im Unterricht aus dem Verkehr gezogen und gleichzeitig die
Internetseite, auf der man das paneuropäische Handbuch auf Deutsch und in anderen Sprachen ansehen und runterladen konnte, vom Netz genommen. Auch die Zugänge für die übrigen europäischen Länder wurden ohne vorherige Absprache vom Schulministerium gesperrt. Stattdessen steht nun dort der Hinweis. "Die Website "Mit Vielfalt umgehen" wird zur Zeit aktualisiert. Vielen Dank für Ihr Verständnis" - in den fünf Sprachen der EU-Länder, die sich an dem Projekt beteiligt haben. Dazu erklärt Ulrich Breite, Bundestagskandidat für die FDP in Köln und Fraktionsgeschäftsführer der FDP im Rat der Stadt Köln:

„Da arbeiten fünf europäische Länder zusammen, um für den Schulunterricht einheitlich und gemeinsam die richtige Form und Ansprache über Homosexualität ohne Vorurteile und Stigmatisierung zu finden, und was macht das nordrhein-westfälische Schulministerium: Es kippt das von der EU-Kommission mitfinanzierte Projekt. Die Entscheidung der neuen Schulministerin belegt nicht gerade die Kompetenz in Erziehungsfragen für die heutige Zeit. Da das Schulministerium ihre Abneigung zum Handbuch gleichzeitig auch den Kooperationsländern aufzwingen will, wird der europäische Protest bis hin zu Schadensersatzansprüchen sicher nicht lange auf sich warten lassen. Immerhin haben unsere europäischen Nachbarn das Projekt mitfinanziert.

Unsäglich und nicht hinnehmbar ist die dabei geäußerte Begründung des Sprechers des Schulministeriums, Oliver Mohr: „Wir dürfen unseren Kindern nicht das Gefühl geben, dass schwul oder lesbisch sein zur Pflicht wird.“ Wer eine Broschüre für Lehrer, die Ratschläge gibt, wie man das Thema Homosexualität im Unterricht aufgreifen kann, mit solch einer Argumentation ablehnt, macht aus seiner Gesinnung keine Mördergrube und will bewusst die gesellschaftliche Stigmatisierung von Lesben und Schwulen im Land fördern. Dies riecht nach Kulturkampf, homosexuelle Menschen aus der Mitte der Gesellschaft wieder an den Rand zu drängen.

Die Kölner FDP fordert daher die Landespartei und die Landtagsfraktion der FDP auf, ihrem liberalen Profil entsprechend eine gesellschaftspolitische „Rolle rückwärts“ in NRW zu unterbinden. Die Landespartei und die Landtagsfraktion sind aufgefordert, ihren Regierungspartner wieder auf zeitgemäßen Kurs zu bringen. Das in europäischer Zusammenarbeit erstellte Handbuch ist für den Lehrbetrieb in NRW freizugeben und die dazugehörige Internetseite in Deutsch und in den Sprachen der europäischen Kooperationsländer unverzüglich wieder frei zu schalten.“


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Lesben und Schwule.

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