Politiker im Dilemma: Papst-Besuch und Homo-Karneval
Von Chris Merting
Darf die Flagge zum Christopher Street Day neben einer des Weltjugendtages gehisst werden? Über diese Frage zerbrachen sich die Politiker der Porzer Bezirksvertretung den Kopf.
Das Dilemma: Vor dem Porzer Rathaus weht bereits die WJT-Fahne. Jetzt lag der Antrag auf dem Tisch, auch den Regenbogenstoff aufzuziehen. "Gleiches Recht für alle", forderte kühn Björn Dietzel (FDP).
Wie? Beide Flaggen - Kirche und Homo-Karneval - gleichberechtigt nebeneinander im Wind flattern lassen? Amen und Aloha. Das geht doch nicht, meinten die Politiker von CDU und SPD mehrheitlich.
Die andere Möglichkeit: Die Fahnen zu Ehren des bevorstehenden Papstbesuches für das schwul-lesbische Fest abhängen. "Um Gottes Willen", protestierten vor allem die Christdemokraten mit Blick auf den Ärger mit der Amtskirche.
CDU-Fraktionschefin Anne Henk-Hollstein liefert dann eine Begründung, wie man um die Homo-Beflaggung herumkommt: "Der CSD findet schließlich nicht vor dem Porzer Rathaus statt." Konter der FDP: "Der Weltjugendtag aber auch nicht."
"Das ist ja wohl ein Ereignis anderer Natur", entgegnet die CDU-Fraktionschefin. Henk-Hollstein: "Ich will den CSD ja nicht verunglimpfen - aber ein religiöses Ereignis ist er nicht."
Zur Abstimmung. CDU und SPD hoben sogar den Fraktionszwang auf. Ergebnis: Regenbogen abgelehnt. Keine Porzer Veranstaltung, keine Flagge im ehemaligen Fischerdorf.
FDP-Politiker Björn Dietzel attestierte den CDU-Vertretern daraufhin "eine Geisteshaltung wie im Mittelalter". Der CSD bringe jedes Jahr über 50 Mio. € in die Stadt. Im kommenden Jahr wollen die Liberalen wieder einen Antrag für die Beflaggung stellen. Dann ist auch kein WJT...
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30.06.2005
Express
Pressespiegel
Flaggen-Posse in Porz
Die Regenbogenfahne sollte auch vor dem Porzer Rathaus wehen. Doch dort wehen bereits Flaggen für den Papst-Besuch.
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