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04.01.2005

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressemeldung

Für eine weltweit beachtete zukunftsweisende Architektur

Dr. Ulrich Wackerhagen
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Dr. Ulrich Wackerhagen
Zur Lage der Kultur in Köln: Fünf Fragen an die Politik

Im zweiten Teil unserer Umfrage nennt Ulrich Wackerhagen (FDP) seine kulturpolitischen Schwerpunkte für das Jahr 2005.

Alle Jahre wieder stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Wie geht es privat weiter und wie beruflich, wohin dreht die Welt – und was wird aus Köln? Um ein paar Hinweise zu bekommen, wohin die Reise in diesem neuen Jahr gehen könnte, haben wir abermals die Kulturpolitiker der vier im Rat vertretenden Fraktionen befragt. An ihren Auskünften wird sich die Arbeit von CDU, SPD, Grüne und FDP messen lassen können.

1. Welches ist das herausragende Problem der Kölner Kulturpolitik im Jahr 2005?
Das herausragende Problem der Kölner Kulturpolitik im Jahr 2005 ist, so schnell als möglich mit der Findungskommission, auf die sich alle vier Fraktionen am 7. Dezember 2004 geeinigt haben, eine neue Kulturdezernentin bzw. einen neuen Kulturdezernenten zu finden. Entscheidungen stehen an:
1) bei der Rechtsform der städtischen Museen und Bühnen, insbesondere über die vom Stifterrat wiederholt vorgeschlagene Betreibergesellschaft für das Wallraf–Richartz–Museum, in dessen Geschäftsführung sich die Mitglieder des Stifterrats persönlich einbringen wollen;
2) zur Sanierung oder Neubau von Oper und Schauspielhaus;
3) für die Verwirklichung des Hauses und Museums der jüdischen Kultur auf dem Rathausplatz. Für die Stadt sollte dieses erneute Beispiel bürgerschaftlichen Engagements Ansporn sein, in diesem Zusammenhang auch die Erweiterung der archäologischen Zone vorzunehmen und so die Via Culturalis Wirklichkeit werden zu lassen;
4) die Umsetzung des von früheren Kultursprechern am 9. Mai 2004 einstimmig beschlossenen Konzepts „Stärken stärken“.

2. Welcher Bereich sollte unbedingt von weiteren Einsparungen verschont bleiben?
Alle städtischen und privaten Kultureinrichtungen, die bei weiteren Kürzungen nicht mehr lebensfähig sein werden, sollten unbedingt von weiteren Einsparungen verschont bleiben, insbesondere auch die Freie Szene (Theater, Musik, Film, Tanz und Literatur), die nicht nach dem Gießkannenprinzip gefördert werden sollte.

3. Was war das größte kulturpolitische Ärgernis des vergangenen Jahres?
Neben dem alles überschattenden Scheitern der schlecht präsentierten Bewerbung zur Kulturhauptstadt war das größte Ärgernis die Weigerung von CDU und Bündnis 90/Die Grünen, den Anträgen von SPD und FDP zuzustimmen und eine Findungskommission für die Nachfolge von Marie Hüllenkremer einzusetzen sowie die Nominierung von Christoph Nix für das Amt des Kulturdezernenten durch Bündnis 90/Die Grünen unter Beteiligung der CDU. Hierzu gehört auch die Entscheidung vom 20. Juli 2004, die kleine Philharmonie nicht im Untergeschoss des Kulturzentrums am Neumarkt zu bauen. Die damit verbundenen Planungskosten von 500.000 Euro wurden in den Sand gesetzt, da die Argumente zur Ablehnung der Errichtung der kleinen Philharmonie bereits bei Planungsauftrag bekannt waren.

4. Welches war der größte kulturpolitischer Erfolg des vergangenen Jahres?
Die größten kulturpolitischen Erfolge waren, dass im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Personen die Kölner Museen besucht haben, wobei die besonderen Publikumsmagnete die von Kasper König hervorragend inszenierten Bilderschauen „Der blaue Reiter“ und „Edward Hopper“ waren; der Bewilligungsbescheid der Bezirksregierung zum Bau des Kulturzentrums am Neumarkt; die Einigung auf die Berufung einer Findungskommission für die Nachfolge von Marie Hüllenkremer; die Wiedereröffnung der archäologischen Zone; der Ankauf der Agfa–Historama–Fotosammlung für das Museum Ludwig und die Festschreibung im Koalitionsvertrag von CDU und SPD, für jeden Stadtbezirk eine Stadtbibliothek auf Dauer zu erhalten.

5. Was wünschen Sie persönlich der Kulturstadt, was diese noch nicht hat?
Ich wünsche den Neubau der Oper oder eines großen Bühnenhauses, ausgeführt von einem weltweit anerkannten Architekten, die der im 2. Weltkrieg überwiegend zerstörten Stadt eine weltweit beachtete zukunftsweisende Architektur vermittelt. Mit der Sanierung der Riphahn–Oper würde kein neuer Besucher anlockt, wohl aber durch einen richtungweisenden Jahrhundertbau. Auch wenn die Entscheidung zugunsten des Riphahn–Baus fallen sollte, muss zuvor ein offener Diskurs möglich sein.


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Kunst und Kultur.

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