BERLIN. Zum Beschluss des polnischen Parlaments, von Deutschland Reparationen fordern zu wollen, erklärt der stellvertretende Vorsitzende und außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Werner Hoyer:
Es war ein rabenschwarzer Tag für die delikaten und gleichzeitig für beide Seiten so wichtigen deutsch-polnischen Beziehungen. Der fast einstimmige Beschluss des polnischen Parlaments, von Deutschland Reparationen für die Kriegsschäden einfordern zu wollen, ist rückwärtsgewandt und könnte zu einer schweren Belastung werden. Bei uns die Vertriebenenverbände, in Polen das gesamte Parlament – das darf jetzt nicht weiter eskalieren!
Polen hat in Deutschland viele Freunde, die im Bewusstsein der Verantwortung für die Vergangenheit nach vorne schauen wollen und die sich immer aus Überzeugung für eine zukunftsgerichtete Verbesserung des Verhältnisses eingesetzt haben. Diese Freunde Polens sind entsetzt! Der gestrige Beschluss des demokratisch gewählten polnischen Parlaments zeigt, dass wir von einer echten deutsch-polnischen Aussöhnung, ja Freundschaft leider noch weit entfernt sind.
Es ist gut, dass sich der polnische Ministerpräsident und das polnische Außenministerium bereits öffentlich von dem Parlamentsbeschluss distanziert haben. Aber Polen ist eine parlamentarische Demokratie, und da können Beschlüsse des Parlaments nicht einfach beiseite gelassen werden. Auch in Polen gibt es viele, die nach vorn schauen wollen. Als deutscher Parlamentarier erwarte ich, dass sich auch im polnischen Parlament bald wieder die Stimme der Vernunft erhebt!
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13.09.2004
FDP-Bundestagsfraktion
Meldung
Rabenschwarzer Tag für deutsch-polnische Beziehungen
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