22.07.2004
Kölnische Rundschau
Pressespiegel
Der Mann an Guidos Seite
Guido Westerwelle und Michael Mronz (Foto Express)
Westerwelle zeigt sich mit Partner - PR-Unternehmer aus Köln
Von Bernd Stadelmann
BERLIN. Gewusst haben es alle. Aber niemand machte ein Aufhebens davon. Am wenigsten Guido Westerwelle. Aber jetzt gibt es Klatsch und Gewisper um ihn - in der Öffentlichkeit erschien er mit einem Mann an seiner Seite. Der Auserwählte: Michael Mronz, 37, PR-Unternehmer aus Köln und geschäftsführender Gesellschafter der Aachener Reitturnier GmbH, die auch das weltbekannte CHIO Aachen veranstaltet. Zuvor war Mronz bis Ende 2003 Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten Rheinenergie Köln.
Am Montag, bei der Geburtstagsfeier von Angela Merkel, trat der FDP-Chef in seiner Begleitung im Adenauerhaus auf. Berichtenswert wäre das normalerweise nicht. Aber Beobachtern fällt auf, dass Westerwelle neuerdings häufiger von der bisher geübten Praxis abweicht, sein Privatleben strikt von der großen Politik zu trennen.
Von einem ,,stillen Coming out“ hatte zuletzt der Spiegel berichtet. Anlass war ein Festessen in einem Berliner Nobelrestaurant nach der Wahl von Horst Köhler zum Bundespräsidenten. Geladen waren Parteichefs, Fraktionsvorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführer - alle durften ihre Partner mitbringen.
Westerwelle kam mit Michael Mronz. Ein Auftritt mit strategischem Kalkül, vermutete das Magazin. Westerwelle will Außenminister werden - eine korrekte, allseits anerkannte Vita ist dafür unumgänglich.
Bisher gab es nur Andeutungen von unerwünschter Seite. So finden sich Westerwelle-Anmerkungen auf einschlägigen Web-Sites wie Quer, Gay und ähnlichem. Die taz hatte gleichfalls mal ihre Scheinwerfer auf den Oberliberalen geworfen und ungefragt dessen sexuelle Orientierung preisgegeben. Auch das Promi-Lexikon „Out! 500 berühmte Lesben und Schwule“ führt Westerwelle seit Jahren unwidersprochen auf. Mit solcherlei Geplänkel unberufener Heckenschützen soll Schluss sein.
„Bild“ durfte jetzt noch ein letztes Mal kräftig zulangen: „FDP-Chef Westerwelle liebt diesen Mann“, hämmerte das Blatt in Großbuchstaben hinaus. Damit ist die Luft wohl raus. „Ich lebe mein Leben. Mehr sage ich nicht dazu“, war die einzige Bemerkung, die Westerwelle zu entlocken war.
Sein Lebensgefährte, wenn man ihn denn so bezeichnen darf, entstammt einer namhaften Kölner Familie. Der Vater, bereits verstorben, arbeitete als Architekt, die Mutter ist diplomierte Betriebswirtin und Galeristin. Auch Michael Mronz - Spitzname Mickey - ist studierter Diplomkaufmann. Bruder Alexander, zwei Jahre älter, hat als Tennisprofi von sich Reden gemacht. Eine angebliche Liaison Alexanders mit Steffi Graf machte seinerzeit ähnliche Schlagzeilen wie nun die Westerwelle-Geschichte Michaels.
Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Lesben und Schwule.
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