Hasch legalisieren oder nicht?
Gebt den Verkauf von Haschisch und Marihuana endlich frei, legalisiert weiche Drogen.“ Diese Forderung von Marco Mendorf, drogenpolitischer Sprecher der Kölner FDP, sorgt für Furore (wir berichteten). Auch die Express-Leser diskutieren dieses umstrittene Thema kontrovers. Freigabe weicher Drogen: Ja oder Nein?
Es kann nichts passieren
Ich bin 40 Jahre alt und rauche seit 20 Jahren. Es beruhigt mich beim einschlafen, beseitigt Schmerzen egal welcher Art. Früher waren es so genannte Wasserpfeifen und heute ein Joint auf zwei bis drei Tage verteilt. In diesem Maße kann überhaupt nichts passieren.
Claudia Fischer, Köln
Ein Fall für die Justiz
Die FDP müßte solche Leute wie Marco Mendorf aus der Partei ausschließen. Wer solche Vorschläge macht, muss doch schon abhängig sein. Der Staatsanwalt sollte sich mit diesem Fall beschäftigen.
Siegfried Maritz, Köln
Heroin weiter verbieten
Ich, Schlossermeister und Fachhandwerker, bin für die Freigabe von weichen Drogen, weil ich meine Erfahrungen gemacht habe. Ecstasy, LSD und Heroin sollten weiterhin verboten werden.
Paul Breuer, Bergisch Gladbach
Jugend ist unbeeindruckt
Mit Vergnügen habe ich heute gehört, dass sich ein Kölner FDP-Politiker für die Legalisierung ausgesprochen hat. Durch diverse Schlagzeilen im Internet bin ich auf ihren Artikel aufmerksam geworden. Allein der Titel ist schon die reinste Ironie, die heutige Jungend sich durch Cannabisprodukte nicht beeindrucken läßt, da es sich um einfach alltäglich Produkte handelt. Durch meinen Bekanntenkreis habe ich jahrelange Erfahrungen mit Cannabis bzw. dessen Konsumenten. Keine dieser Personen ist jemals als drogensüchtig einzustufen gewesen.
Kai
Deutsche Doppelmoral
Das ist mal wieder typisch deutsche Doppelmoral. Jährlich sterben Tausende an Alkohol, kleine Kinder können an jeder Ecke Zigaretten ziehen - aber kontrollierte Coffee-Shops verbieten.
Andreas Horne, Graach/Mosel
Aus dem Amt entlassen
Man kann es nicht glauben, dass ein Politiker fordert, weiche Drogen freizugeben. Herr Mendorf soll sich mal die Süchtigen ansehen, die auf Entzug sind und immer wieder rückfällig werden. Man sollte ihn schnellstens aus seinem Amt als drogenpolitischer Sprecher der FDP entlassen.
Alois Lohmar, Erftstadt
Antiquierte Drogengesetze
Ich bin 48 Jahre alt und kiffe nicht, habe auch nie gekifft. Aber ich bin so weit „aufgeklärt“, dass ich für die Abschaffung dieser antiquierten Drogengesetze bin. Es geht mir gegen den Strich, dass ich für jede Zigarette (die ja auch eine „Droge“ ist) und für jeden Tropfen Alkohol (den ich für viel schädlicher halte als Cannabis) Steuern bezahle, während Cannabiskonsumenten für ihre „Droge“ nicht nur keine Steuern zahlen müssen, sondern deren Strafverfolgung jährlich zig Millionen DM kostet, die alle Steuerzahler bezahlen müssen!
Hans-Jürgen Herrmann, Berlin
Die Welt wäre in Ordnung
Ich möchte klar und deutlich sagen, das ich FÜR eine Legalisierung bin. Ich würde sogar an einer Demo mitmachen, wenn es denn eine gebe in meinem Umkreis. Naja, ich bin selbst Kiffer und muss sagen, es sollte jeder machen, denn dann wär die Welt in Ordnung.
Kamill T. Mroß, Köln
Kein öffentlicher Konsum
Wer es unbedingt braucht, soll's in Gottes Namen bekommen, ohne sich strafbar zu machen. Jedoch halte ich das in der Öffentlichkeit für völlig unangebracht. Wie viele unzurechnungsfähige Personen sollen mir denn noch im täglichen Leben begegnen und mich durch ihre Unzurechnungsfähigkeit belästigen? Sind Alkohol-Leichen nicht schon Zumutung genug? Daher wäre mein Kompromißvorschlag: Kontrollierte, legale Abgabe durch Ärzte, Apotheken etc. ja, Konsum in der Öffentlichkeit nein!
Brunhilde Esser, Köln
Ein kollektiver Irrweg
Ich denke, dass Hanf legalisiert werden sollte, da es ungefährlicher ist als Alkohol. Die Suchtgefahr ist relativ gering (niedriger als bei Alk oder anderen Drogen). Auszug aus dem Deutschen Ärzteblatt: Drogenpolitik: Das Verbot von Cannabis ist ein „kollektiver Irrweg„.
Frank Bender
Kein Krieg gegen Pflanzen
Ja, ich bin für die Legalisierung. Wenn eine so harte und tödliche Droge wie Alkohol legal ist, sollte Hanf, von dem sich kein Mensch eine tödliche Dosis zuführen kann, auch legalisiert werden. Besser wäre eine Welt ohne Drogen, aber das ist nun mal nicht die Realität. Kein Krieg gegen Pflanzen, Legalisierung jetzt!!
Kay Florkowsky
Keine Drogen für Jugendliche
Kommentar meinerseits: ... auf dass es noch ein paar Verbrechen mehr gibt und die armen Täter sich auf ihren „bekifften“ Schädel berufen können! Diese FDP-Gestalten sollten besser dafür sorgen, dass Jugendliche an keinerlei Drogen kommen - auch nicht an Alkohol!
Uschi Behm, Köln
Harte Linie gegen Dealer
Es kann nicht angehen, dass Drogen gleich welcher Art freigegeben werden. Es wäre besser die Leute, die so etwas verlangen, gleich in Klingelpütz zu sperren. Müssen wir uns unbedingt ein Beispiel an Holland nehmen, die Jugend wird auch so schon genug verdorben. Nach meiner Meinung sollte die Justiz härter gegen Dealer und Konsumenten vorgehen.
Rüdiger Schauteet
Politik verlangt Verzicht
In Holland hat man sehr gute Erfahrungen mit den sogenannten „Coffee-Shops“ gemacht. Von unseren Politikern werden diese positiven Erfahrungen aus Unwissenheit und Ignoranz nicht zur Kenntnis genommen. Die Forderung müßte eigentlich lauten: Verbietet die harte Droge Alkohol und legalisiert Haschisch und Marihuana! Aber welcher Politiker würde schon auf seinen Alkohol verzichten. Von Haschischkonsumenten wird das verlangt, wozu man selber nicht in der Lage ist.
Wolfgang Krämer, Köln
Legalisierung vorteilhaft
Ich war sehr erfreut darüber, in Ihrer Zeitung gelesen zu haben, dass die FDP Köln die Legalisierung der weichen Droge Cannabis fordert. Ich beschäftige mich schon sehr lange mit dem Thema Cannabis und habe festgestellt, dass eine Legalisierung sehr viel mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt.
Simon Paa
Einstiegsdroge Haschisch
Man hört und liest immer, dass Haschisch den Drogenabhängigen als Einstiegsdroge dient. Man sollte den komischen FDP-Fuzzi Mendorf mal ein paar Monate lang mit dieser so genannten "weichen Droge" vollpunpen. Dann schaun wir mal.
Joachim Brings, Bergheim
Hier geht es zur ursprünglichen Meldung und zu den Reaktion vom 28.11.2001.
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29.11.2001
Express
Pressespiegel
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Marco Mendorf provoziert mit seinem Vorschlag eine politische Diskussion
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