So viele Menschen wie nie zuvor liefen am Sonntag über die Rheinbrücken
Knapp 7000 Läufer standen am Sonntagmorgen dicht gedrängt im Startbereich an der Krebsgasse. Die Arme über dem Kopf, klatschten sie im Takt einer sehr rhythmischen Version von John Miles' Lied „Music“. Auf kleinen Podesten hüpften vier Aerobic-Trainerinnen des ASV im Takt auf und ab, und die Sportler hüpften mit: Warm-up zum 23. Kölner Brückenlauf.
So viele Menschen haben noch nie an der Veranstaltung teilgenommen, und deshalb starteten die Läufer in zwei Gruppen. Drei Minuten nach 10 Uhr gingen die besonders ambitionierten Teilnehmer auf die Strecke, die unter einer Stunde und 20 Minuten bleiben wollten; der Großteil lief eine Viertelstunde später los. „Bei diesem Rekordwetter wünsche ich allen einen persönlichen Rekord“, schrie der Moderator ins Mikrofon und verabschiedete die Läufer auf die Strecke.
Zum ersten Mal trugen diese nicht nur ihre Startnummer auf der Brust, sondern auch ihren Vornamen. Ein Ansporn besonders für die Zuschauer im Startbereich: So konnten sie nicht nur den besten Freund persönlich anfeuern, sondern auch fremden Läufern ein paar aufmunternde Worte zurufen. Die braunen, muskulösen Beine in der Radlerhose, zum Beispiel, gehörten zu Stephan vom ASV, Ursula hatte ein kleines Radio an ihre Hose geknipst, Michael küsste seine Freundin - „Auf Wiedersehen!“ -, und Karsten trug eine gelbe Sonnenbrille. „Kirsten läuft gerade los“, brüllte der Moderator. Das Publikum jubelte und machte sich auf zur Strecke. Schließlich wollten alle sehen, ob die braunen Beine den Stephan auch bis ins Ziel trugen und wie sich Kirsten denn so macht.
Rund 50 Minuten später hatten die ersten Läufer die 15 Kilometer schon souverän hinter sich gelassen. „Da kommt Jochen“, freuten sich die Zuschauer an der Oper und trillerten Gewinner Jochen Kuempel ins Ziel. Auch Hermann, Stefan, Gunnar und die nächsten 20 Läufer wurden begrüßt, und als nach 57 Minuten Annette Weiss als erste Frau um die Ecke bog, fehlten nur noch 6974 Läufer, die bejubelt werden mussten. Der letzte Läufer kam nach mehr als zwei Stunden ins Ziel.
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15.09.2003
Kölner Stadt-Anzeiger
Pressespiegel
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