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26.06.2003

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Rathenauplatz: Lokale am Ende?

Ralph Sterck, MdR
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Verwirrung nach Abstimmungspanne

Von Robert Baumanns

Der Rathenauplatz – beliebtes Wohn- und Vergnügungsviertel im Süden der City – soll „beruhigt“ werden. Die Bar „Rosebud“, das „Café Feynsinn“ oder die Bar „Vampire“ sollen wegen Lärms schließen. Es soll keine neuen Konzessionen geben, die Betreiber können ihre Läden nicht mehr verkaufen. Ralph Sterck (FDP): „Wir wussten nicht, was wir da beschließen.“

Wir sind in unserer Existenz bedroht“, so Jutta Kropp, die das „Vampire“ betreibt. Bisher konnten Wirte ihre Lokale verkaufen. Der neue Eigentümer übernahm die Konzession, die auf seinen Namen umgeschrieben wurde. „Genau das geht jetzt nicht mehr“, klagt Monika Linden, der das „Café Feynsinn“ gehört. „Nach dem neuen Bebauungsplan können wir, als die jetzigen Besitzer, unsere Läden zwar weiter betreiben. Aber wir können sie nicht mehr verkaufen, weil der Käufer keine neue Konzession mehr bekommen soll.“

Die Gründe dafür erläutert Anne-Luise Müller, Leiterin des Stadtplanungsamtes: „Es gibt Anwohner-Beschwerden über Lärm.“ Für Julia Christidis, die die international bekannte Bar „Rosebud“ betreibt, ein Witz: „Wir haben über 100 Unterschriften von direkten Anwohnern unserer Lokale, die sich für unseren Verbleib einsetzen. Wenn Lärm entsteht, dann auf dem Platz selbst. Aber nicht bei uns und auch nicht unseretwegen.“

Die Planungen der Stadt gelten auch nur für bestimmte Lokale auf der Südseite des Rathenauplatzes. Aber keiner blickt durch. Das „Rosebud“ soll auf absehbare Zeit schließen, das Restaurant „Bagutta“, nur ein Haus weiter, darf bleiben. Auch der Biergarten auf dem Platz – betrieben vom Bürgerverein – ist nicht betroffen. Doch er ist ein Zankapfel: Vielen ist das Kölsch dort zu teuer. Sie kaufen es am Kiosk auf der Zülpicher Straße und setzen sich auf den Rathenauplatz – neben den Biergarten. Das stört die Betreiber, und auch Anwohner.

Der Stadtentwicklungsausschuss hatte die Planungen der Verwaltung schon abgesegnet. Einstimmig, aber offenbar ohne die Folgen zu bedenken. „Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich gehört habe, was wir beschlossen hatten“, gibt FDP-Fraktionschef Ralph Sterck auf EXPRESS-Anfrage zu. Die Verwaltung habe die Vorgaben des Ausschusses nicht berücksichtigt. Darauf habe man sich aber verlassen. „Das Viertel lebt. Die Leute ziehen deshalb dorthin. Das kann man nicht kaputt machen.“ Sterck ergriff die Initiative und bat die Stadtverwaltung, den Plan zu überarbeiten, damit der Ausschuss erneut abstimmen kann.

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