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03.06.2017

FDP-Kreisverband Köln

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"111 Gründe, Köln zu hassen - oder zu lieben"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Gestern saß ich auf einer Bank am Rheinauhafen: Currywurst von der Tatort-Wurstbude, schön mit Pommes und Mayo; Sonne von hinten; der Blick schweifte über das Flussufer mit Domkulisse; verträumt schaute ich den tuckernden Rheindampfern hinterher. Ich bekam die milde Weltanschauung und überlegte, wieso jemand ein Buch schreibt mit dem Titel: „111 Gründe Köln zu hassen“.

Köln hassen - wer tut denn sowas? Lewis Gropp tut das, Literaturwissenschaftler, Journalist und selbst seit dreißig Jahren Bewohner dieser Stadt. Er hasst die Kölner wegen ihrer „berühmt-berüchtigten Rührseligkeit“ und dem „schwabbeligen wohligen Wir-Gefühl, in dem sich Zuständigkeiten auflösen“ - zwei von 111 Gründen.

Zugegeben, sowas ist mir auch schon in den Sinn gekommen. Muss ein grauer Wintertag gewesen sein. Aber gleich hassen? „Tatsachenverweigerer“ und „Problemverdränger“ seien die Kölner, schimpft Gropp. Da ist was dran. Zum Beispiel: Baustelle Oper. Die bröselt still vor sich hin und kaum einer spricht mehr darüber, insbesondere nicht die Zuständige. Ach so, die hat den Oberverantwortungshut ja gar nicht erst aufgesetzt. Schwamm drüber.

Man muss über den Tellerrand schauen. Andere machen was aus ihrem Elend. Siehe Barcelona. Dort wird seit 135 Jahren an der berühmten Kirche „Sagrada família“ gebaut. Der Architekt Antoni Gaudí stellte sie nicht fertig, die Nachfolger stellten sie nicht fertig. Kein Problem, dachten die Barcelonesen oder wie das heißt, basteln wir uns aus der Not doch eine Tugend: Wir nennen das Bauwerk „die ewig Unvollendete“ und nehmen Eintritt für die Besichtigung. Siehe da, das Geschäft brummt: Millionen Besucher pilgern in die Stadt, um die Unvollendete in ihrer farbigen Pracht zu bewundern. Kein Steuergroschen geht in die Fertigstellung. Trotzdem stehen jährlich 25 Millionen Euro für den Weiterbau zur Verfügung – nur aus Eintritts- und Spendengeldern. Clever. Die Kölner müssen ihre Unvollendete allerdings noch etwas sexy machen. Lassen wir die Opernbaustelle doch von Christo verkleiden oder so... Vielleicht erleuchtet an Pfingsten der Heilige Geist die Stadtoberen.

Die Sagrada familia soll übrigens 2026 fertig werden, pünktlich zu Gaudís 100. Todestag. Wann eigentlich ist der 100. Todestag von Wilhelm Riphahn, dem Architekten der Kölner Bühnen? Ach so, 2063 – da ist ja noch jede Menge Zeit für unsere Unvollendete. Nur kein Stress! Dafür steht das kölsche Grundgesetz. In dem drückt sich Kölner Sorglosigkeit und Gleichgültigkeit aus, meint Autor Gropp. Für ihn zwei Gründe mehr, die Stadt zu hassen. Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Pfingstfest in unserer liebens- oder hassenswerten Stadt - ganz nach Gusto. Und seien Sie nicht enttäuscht: An Pfingsten sind, laut Bertolt Brecht, die Geschenke am geringsten oder so…

Maren Friedlaender

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