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22.10.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Seifenblasen"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Natürlich könnte ich über das schreiben, was uns so in Köln bewegt. Den 1. FC, zum Beispiel – auf dem 2. Platz der Bundesliga. Da können die Düsseldorfer aber mal gucken. Zweitligisten – ätsch! Oder ich könnte über Neuigkeiten aus dem Kölner Ordnungsamt berichten. Das greift jetzt nämlich richtig durch und hat die Produktion von Riesenseifenblasen verboten. Einfach so. Riesenseifenblasen sind eine beliebte Showeinlage bei Straßenkünstlern und bei Kindern, aber eben saugefährlich. Es sollen ja schon massenhaft Leute von Riesenseifenblasen erschlagen worden sein oder so...

Ich könnte aber auch über etwas schreiben, was mich bewegt. Zum Beispiel der Terrorist Dschabar al-Bakr, der im sächsischen Gefängnis Selbstmord beging. Dies vorneweg: Ein junges Leben sinnlos ausgelöscht, das ist traurig. Die Reaktionen auch: Häme auf der rechten Seite. Auf der anderen stehen die links-grünen Besserwisser. Sie empfangen jeden Flüchtling mit Begeisterung. Einhergehende Probleme ignorieren sie. Die müssen sie auch nicht selbst lösen. Stattdessen wird ein ganzes Bundesland von ihnen niedergemacht. „Sachsen, ein Trauerspiel“, titelt der aktuelle „Stern“.

Vorausschau ist nicht gerade die Stärke Merkel‘scher Politik. Und so werden wir noch lange mit den Folgen des von ihr verursachten Kontrollverlusts an den Grenzen zu kämpfen haben. Durch diesen Rechtsbruch hält sich eine nicht bekannte Zahl von Menschen in unserem Land auf, von denen wir nicht wissen, wo und wer sie sind. Menschen mit gefälschten Pässen, ohne Pässe, mit mehreren Pässen. Keine Terroristen, das garantierte uns NRW-Innenminister Jäger noch vor ein paar Wochen. Woher er das wusste? Keine Ahnung. Seine Garantie – leider schon abgelaufen!

Nun fordern die Willkommenstrunkenen den sächsischen Innenminister zum Rücktritt auf. Ein Terrorismusverdächtiger wurde gefasst. Nach allem, was wir wissen, hätte er wohl nicht gezögert, viele Menschen in den Tod zu bomben. Er hat sich durch Selbstmord einem Prozess entzogen. Ob man seinen Tod hätte verhindern können? Vielleicht mit einer Rund-um-die-Uhr-Überwachung. Wie hätten die Kritiker einen solchen Entscheid der sächsischen Justiz kommentiert? Mit dem Vorwurf der Menschenrechtsverletzung wohl zumindest.

Übrigens: Der NRW-Innenminister Ralf Jäger ist nach den Silvesterverbrechen am Kölner Hauptbahnhof noch immer im Amt. Er hat keine Verantwortung übernommen. Genauso wenig wie unsere Ministerpräsidentin, die tagelang zu den massenhaft begangenen Straftaten schwieg. Die allgemeine Empörung hielt sich in Grenzen. NRW bekam nicht das Prädikat „Skandalland“. Merkwürdig.

Die, die sich jetzt lautstark zu Worte melden, verschließen weiterhin die Augen vor den Tatsachen: Mit den Flüchtlingen kamen Menschen aus anderen Kulturen, mit anderen Religionen, anderen Werten und anderem Denken. Sie werden sich nicht ohne Weiteres an unseren Lebensstil anpassen, nur weil wir ihnen das Gastrecht gewähren. Einige werden hier eine neue Heimat finden; manche werden uns hassen, gerade wegen unserer Lebensart; einzelne werden sich radikalisieren. Wir alle werden im Umgang miteinander viel lernen müssen. Nur noch das an die Adresse einiger Muslime: Ich mag mein Leben in Deutschland so, wie es ist. Es kommen unruhige Zeiten auf uns zu. Dabei werden die gefährlichen Seifenblasen nicht unser größtes Problem sein.

Maren Friedlaender

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