Köln kann mehr
alle Meldungen »

12.10.2016

freiraum – Magazin der Stipendiaten und Altstipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Pressemeldung

USA 2016: Hillary Clinton gegen The Donald

Hans H. Stein
Bild vergrößern
Hans H. Stein
Hans H. Stein
Bild verkleinern
Hans H. Stein
Der Präsidentschaftswahlkampf der besonderen Art
In den Vereinigten Staaten erleben wir in diesem Jahr einen Präsidentschaftswahlkampf der besonderen Art. Auf republikanischer Seite setzte sich für alle Politikanalysten überraschend Immobilienmilliardär und Reality TV-Star Donald Trump gegen das Parteiestablishment aus amtierenden und ehemaligen Governeuren und Senatoren durch. Die Demokraten nominierten mit der früheren Senatorin und Außenministerin Hillary Clinton erstmals in der Geschichte eine Frau für die Präsidentschaft, nach einer unerwartet erbitterten Auseinandersetzung mit dem dem linken Spektrum angehörenden Senator Bernie Sanders.

Die Republikaner sind nach den Vorwahlen weiterhin zutiefst gespalten. Eine Vielzahl prominenter Republikaner blieb dem Nominierungsparteitag Mitte Juli in Cleveland demonstrativ fern. Ehemalige Konkurrenten wie Governeur Scott Walker und Senator Mario Rubio kam der Name „Trump“ gerade einmal über die Lippen. Senator Ted Cruz nutzte die große Bühne sogar, um Trump zu desavouieren und explizit nicht zu unterstützen, sondern seine erneute Kandidatur 2020 vorzubereiten. Der Kandidat selbst zelebrierte stattdessen eine „Trump Show“ mit Family, Friends und Untergebenen aus seinem Firmenimperium.

Trumps politische Botschaft ist einfach: Präsident Obama und vor allem Hillary Clinton sind an allem Schuld und haben die USA in ihre tiefste Krise geführt. "Illegal Aliens" nähmen den Amerikanern die Jobs weg, importierten Kriminalität und Drogen. Freihandel vernichte Jobs; die europäischen Alliierten nutzen die USA aus. Mit all dem werde er aufräumen und Amerika wieder „groß machen“. Glaubt an mich; „I can fix it“. Anders als der große Republikaner Ronald Reagan schürt er Ängste, sucht Sündenböcke, beschimpft das Establishment und jeden, der gegen ihn ist, und bricht mit vielem, was einst die republikanische Partei auszeichnete.

Anders als die Republikaner zeigen sich die Demokraten geeint. Clintons Vorwahlgegner Sanders unterstützte sie demonstrativ auf dem Parteitag in Philadelphia. Präsident Obama preiste sie in einer mitreißenden Rede als die bestqualifizierteste Kandidatin, die jemals angetreten sei, das Weiße Haus zu erobern. Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen und Amerikaner aller Hautfarben und Religionszugehörigkeiten betonten, dass Clinton zuhören könne, Probleme und Notlagen sehe und sich kümmere. Dabei und bei einem Blick auf die Delegierten- und Zuschauerreihen in Philadelphia wurde deutlich, dass die Demokraten die reale demographische Situation in den USA wiederspiegeln, während die Republikaner in Cleveland ein Sammelbecken des weißen und älteren Amerikas waren.

Hillary Clintons politische Botschaft heißt „stronger together“, gemeinsam sind wir stärker. Dem fast schon egomanischen Trump’schen „only I can fix it“ stellt sie das amerikanische „we’ll fix it together“ gegenüber. Während Trump Ängste schürt und ein düsteres Bild von der Zukunft zeichnet, appelliert Clinton an das traditionelle amerikanisch-optimistische Lebensgefühl: wir finden immer einen Weg, die Zukunft besser zu machen. Ihr Programm ist dabei ein durch und durch sozialdemokratisches: höhere Steuern für die Reichen, höherer Mindestlohn, Main Street statt Wall Street, Abschaffung der Studiengebühren, Subventionierung der Stahlindustrie, Skepsis gegenüber Handelsabkommen, ein klares Bekenntnis zu den Streitkräften und Veteranen und der internationalen Verantwortung der USA.

Was Clinton und Trump verbindet: Noch nie wurden die Präsidentschaftskandidaten beider Parteien von der Mehrheit der Wähler so deutlich abgelehnt; Hillary Clintons Zustimmungsrate liegt bei nur 41, Trumps bei 39 Prozent. Donald Trump ist der Kandidat der wütenden, weißen, zumeist unteren Mittel- und Arbeiterklasse. Er mobilisiert die Wutbürger. Hillary Clinton dagegen ist die Kandidatin der jüngeren und gebildeteren Wähler, der Latinos und der Afroamerikaner. Für beide Kandidaten wird es darauf ankommen, die Wähler tatsächlich und in entscheidenden Swing States wie Florida, Ohio, Pennsylvania an die Wahlurne zu bekommen. Wird sich am Ende eher der Wutkandidat oder die erfahrene Politikerin durchsetzen? Das Rennen ist eröffnet – und offen.

Hans H. Stein

Erstveröffentlichung in: freiraum – Magazin der Stipendiaten und Altstipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

(27.09.2016)

vorherige Meldung nächste Meldung

Liberale Webnews

Aktuelle Highlights

So., 19.11.2017 Deutsch folgt Gebauer als Kreisvorsitzender nach FDP-Köln mit neuer Führungsspitze Yvonne Gebauer und Lorenz Deutsch
Beim außerordentlichen Kreisparteitag der FDP-Köln am Samstag im Lindner City Plaza Hotel wählten gut 100 anwesende Mitglieder den ... mehr
So., 19.11.2017 FDP unterstützt Partnerschaft für hervorragende medizinische Versorgung Kooperation der städtischen Kliniken mit der Uni-Klinik Köln Bettina Houben
Die FDP begrüßt die Überlegungen der Oberbürgermeisterin Henriette Reker, eine strategische Partnerschaft der Kliniken der Stadt Köln mit ... mehr
Mo., 06.11.2017 FDP fordert Konzept „Luisa“ für Köln Houben und Wittmütz: Hilfe für bedrängte oder belästigte Frauen Dr. Annette Wittmütz
Ähnlich wie in anderen Städten bereits etabliert, brauche auch Köln ein Angebot für Frauen und Mädchen, die sich in Clubs, Kneipen oder ... mehr

Termin-Highlights


Do., 23.11.2017, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Podiumsdiskussion: Kulturpolitische Positionen nach der NRW-Wahl
Lorenz Deutsch, MdL
Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Landtagswahl ist lange vorbei, das Kulturministerium neu konstituiert und seit kurzem auch räumlich neu ...mehr

Mi., 29.11.2017, 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Workshop "Argumentieren gegen Rechts"
Wie gehen wir mit AfD und Pegida um? Ein Workshop wider die Neue Rechte Der Autor und Publizist Christoph Giesa warnt in seinem Buch ...mehr
Kaum ein außenpolitisches Thema hat in den vergangenen Monaten solch eine starke mediale Aufmerksamkeit bekommen wie die politische ...mehr

Politik-Highlights

Ralph Sterck, MdR
Rede von Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, anlässlich der Verabschiedung des städtischen Haushaltes ...mehr

So., 24.09.2017
Bundestagswahl 2017
Am 24. September 2017 war Bundestagswahl Nach der überaus erfolgreichen Landtagswahl in NRW, bei der die Kölner FDP mit 13,8% ...mehr

So., 14.05.2017
Landtagswahl 2017
Am 14. Mai 2017 war Landtagswahl in NRW Mit 13,8% Zweitstimmen holte die Kölner FDP bei der Landtagswahl ein Ergebnis, das ...mehr

alle Videos »

Videothek

Bundestagswahl 2017 - Reinhard Houben, Direktkandidat der FDP in Köln I