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11.06.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Die Betroffskis"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
„Zusammenstehen – Zusammenleben – Zusammenreden“, hieß das Motto des Birlikte-Fests am letzten Wochenende. Reden ja, aber bitte nur, solange Du meiner Meinung bist - merkwürdige Haltung, die sich Gruppierungen am ganz linken und ganz rechten Rand teilen. Diesmal entschieden linke Aktivisten gewalttätig, dass ein Gespräch mit AfD-Mitgründer Konrad Adam nicht stattfinden dürfe.

Oberbürgermeisterin Reker hatte schon vorher eine Teilnahme ausgeschlossen. Zwar müsse man grundsätzlich Diskussionen führen, „aber wenn dadurch die Gefühle nur eines Einzigen verletzt werden, war die Einladung an die AfD ein Fehlgriff.“ Da immer irgendjemand in seinen Gefühlen verletzt ist, müssten wir nach OB-Logik die Kommunikation ganz einstellen. Die Betroffskis sind eine große Familie.

Und, liebe Frau Reker. Auch ich habe Gefühle. Meine Gefühle werden verletzt, wenn Islamisten in Europa Bürger umbringen. Wenn sie die freie Meinungsäußerung verhindern wollen, indem sie Andersdenkende, mit einer Fatwa bedrohen, was nach meiner Kenntnis etwas sehr Unangenehmes ist. Ich fühle mich auch in meinen Gefühlen verletzt, wenn Frauen in meinem Land so tief verschleiert gehen müssen, dass ich ihr Gesicht nicht erkennen kann. Und wenn immer wieder beteuert wird, das alles habe mit dem Islam nichts zu tun.

Wenn Hunderte junge nordafrikanische Männer Sexual- und Eigentumsdelikte begehen und ich sehe kaum einen vor Gericht verurteilt. Wenn Asylanten mutwillig ihre von Steuergeld bezahlte Unterkunft anzünden und ein 10-Millionen-Schaden entsteht. Und wenn die von mir gewählten Abgeordneten Morddrohungen bekommen, weil gewissen Türken deren Abstimmungsverhalten nicht passt. Und wenn ich mir permanent den Satz anhören muss, man solle Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen. Ich bin es leid, für so unterbelichtet gehalten zu werden.

Mit dem Generalverdachts-Satz hat sich Hannelore Kraft zurückgemeldet. Hannelore Kraft, Sie erinnern sich, Ministerpräsidentin von NRW. Monatelang hört man nichts von ihr. Das Bundesland NRW fällt zurück wie ein gemästeter Puter hinter Usain Bolt beim 100-Meter-Lauf. Nach Aufdeckung der Attentatspläne in Düsseldorf nun das: Man solle die Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen. Den Satz habe ich bereits hundertfach nach der denkwürdigen Kölner Silvesternacht gehört. Herrgott nochmal – wer tut das denn? Nicht mal Frau Petry ist so bösartig. Hoffe ich doch.

Dass allerdings mit den Flüchtlingen auch Terroristen ins Land gekommen sind – wer mag daran zweifeln? Ach ja, Landesinnenminister Jäger schließt das aus – wie kann er, nachdem sich Hunderttausende im Land aufhalten, von denen wir weder Namen noch Aufenthaltsort kennen? Aber keine Terroristen dabei, sagt Herr Jäger: "Wir haben die Milieus, in denen islamistische Terroristen rekrutiert und radikalisiert werden, fest im Blick.“ So fest im Blick wie die Silvestertäter am Kölner Hauptbahnhof? Oder so fest im Blick wie die Aufnahmerituale beim Kölner Kommando 3 des SEK?

Ach ja, der Satz fehlte noch: Nach der Entdeckung einer mutmaßlichen Terrorzelle unter eingeschleusten syrischen Asylbewerbern hat Jäger vor einem Generalverdacht gegen Flüchtlinge gewarnt. Wirklich, manchmal bin ich auch ein Betroffski. Bereit zu reden bin ich dennoch, ganz ohne oder so.

Maren Friedlaender

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