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21.05.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Griechenland ist überall"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Wenn ich die Sache mit Griechenland richtig verstehe, dann funktioniert das wohl so: Einem schon lange gescheiterten Projekt wirft man immer wieder Geld hinterher in der Hoffnung, dass in ferner Zukunft ein Wunder geschieht. Oder die Verantwortlichen kaufen sich Zeit. Merkel zum Beispiel spekuliert, dass der große Kladderadatsch nicht sie trifft, sondern ihren Nachfolger oder Nachnachfolger. Das „Nach-mir-die-Sintflut-Prinzip“.

Aber wer kann schon von sich behaupten, dass er den ganzen Rettungsschirm-Kram verstünde. Ich nicht. Falls ich jedoch Recht habe, dann ist überall ein bisschen Griechenland und ganz sicher in Kölnopolis. Wäre schön, wenn es dabei nur um Sirtaki und Souvlaki ginge, aber Ähnlichkeiten finden sich eher im Finanzgebaren.

Zum Beispiel die Bühnen unserer Stadt. Die Sanierung ist echt ein Desaster oder, um bei Griechenland zu bleiben, eine Tragödie. Da kann man nichts schönreden. Ein Fass ohne Boden, in das sich nicht mal ein Diogenes hineinlegen würde. Kaum ist eine Kostenprognose gemacht, ist sie auch schon hinfällig. Keiner weiß, wie teuer das Ding am Offenbachplatz am Ende sein wird. Deshalb darf man sich schon ein wenig über die Begeisterung wundern, dass auf der Baustelle ab diesem Herbst gespielt werden soll. Beim Blick auf Opernopolis ahnt man, dass da neue, nicht absehbare Kosten lauern.

Schauspiel-Intendant Bachmann hatte die Idee mit dem Baustellen-Theater. Seine Euphorie kann ich verstehen. Endlich wieder am Offenbachplatz. Ein positiver Impuls für die Spielstätten. Ganz im Rausch ist der neue Technische Betriebsleiter der Bühnen, Bernd Streitberger: „Es ist ein unglaubliches Zeichen, an diesem Ort wieder Theater zu inszenieren.“ Ein kostspieliges auch: Für 199 zeitweilige Zuschauerplätze in den Opernterrassen müssen 650.000 Euro ausgegeben werden: 150.000 Euro für Technik und Ausrüstung, die später wieder gebraucht werden können – meint man. Eine halbe Millionen fließen in – Zitat: „vorübergehende Anschaffungen“. Bei den Griechen handelte es sich dabei, glaube ich, um Motoryachten und Auslandsresidenzen für Milliardäre. Keine Ahnung, was vorübergehende Anschaffungen in Kölnopolis sind.

Die schnelle Fertigstellung von Oper und Schauspiel fände ich ein besseres Signal. 1.200 festgestellte Baumängel, da gibt es genug zu tun. Das auf ungewisse Zeit verlängerte Interim kostet ja schon eine Stange Geld. Das Depot will der Schauspiel-Intendant auch nach Rückkehr ins alte Quartier als Spielstätte erhalten, das Palladium soll für die Oper gekauft und hergerichtet oder das Staatenhaus noch für Jahre angemietet werden. Da schmeißen wir noch lange gute Euros hinterher.

Die Bühnen sind übrigens Bauherr am Offenbachplatz, aber was das Desaster angeht, waschen die Intendanten die Hände in Unschuld. „Hybris“ ist übrigens auch ein griechisches Wort. Nun also ein Zeichen für 650.000 Euro! Jetzt lesen wir alle nochmal nach, was ein Danaergeschenk ist. Ich halte mich derweil an den anspruchslosesten aller Griechen. Als Alexander der Große den Philosophen Diogenes nach einem Wunsch fragte, bat dieser: „Geh mir nur ein wenig aus der Sonne!“ Ein bisschen mehr Diogenes täte auch Kölnopolis ganz gut oder so…

Maren Friedlaender

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