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30.04.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Das letzte Patriarchat"

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„…oder so“ – die Kolumne von Maren Friedlaender
Endlich ist er da – der neue Imagefilm für Köln. Tolle Bilder, so eine schöne Stadt, Köln von seiner Schokoladenseite. Schade nur, dass in der Stadt keine Frauen leben oder zumindest nicht arbeiten, also nichts Wichtiges machen. Sonst kämen sie nämlich in dem Film vor, so wie die zehn wichtigen Männer, aus denen die super wichtigen Sätze nur so hervorsprudeln. Flughafen-Chef Garvens, zum Beispiel, der sagt: „Köln verbindet.“ Oder Rheinenergie-Chef Steinkamp: „Wir setzen Köln ins rechte Licht.“ Matthias Roll, als junger Youtube Star vorgestellt, weiß: „Köln ist Medienstadt - gestern, heute und morgen.“ Auch der Astronaut Alexander Gerst darf etwas verkünden und der Messe-Chef Böse, der sich freut, dass internationales Business in Köln zu Hause ist.

Ja, das alles ist bei uns zu Hause, aber keine Frauen, die sind woanders. Der Musiker Gentleman freut sich über den Kölner Humor und Ford-Chef Mattes meint: „In Köln arbeiten Menschen aus allen Nationen.“ Die sagen dann aber nichts. Für den Ort, der sich selbst immer als so schön bunt feiert, sprechen nur weiße Männer in weißen Hemden. Wie beispielsweise IHK-Präsident Görg: „Köln bewegt die Wirtschaft.“ Toll, wie Köln das schafft, ganz ohne Frauen.

Vielleicht habe ich etwas verpasst, weil die Bilder so schnell geschnitten sind, ganz viel Zeitraffer. Da kann einem schon mal etwas entgehen. Übrigens, Warnhinweis für Empfindliche: Epilepsie-Gefahr. Dazu die Dauer-Titanic-Musik-Schleife. Aber keine Panik: Köln wird schon nicht untergehen. Und ganz am Ende kommt ja dann doch noch eine Frau: Ute Berg, wer ist das nochmal? „Köln ist ein einzigartiger Standort, seit mehr als 2000 Jahren“, sagt die Frau, von der man liest, sie sei die Wirtschaftsdezernentin. Da habe ich aber aufgeatmet. Ein letztes weibliches Wesen, das in der Stadt überlebte. War da nicht noch was? Ach ja, wie heißt doch gleich der Oberbürgermeister von Köln? Henriette? Klingt irgendwie nach Frau. Kommt im Film aber nicht vor.

Wirklich nachdenklich stimmt, dass offensichtlich keiner den leichten Männerüberhang bemerkt hat. Zehn Männer, eine Frau. Ist keinem aufgefallen. Ganz im Gegenteil. Der Förderverein "Köln Plus Partner" ist total stolz auf sein Werk, besonders der Vorsitzende Alt-Ob Fritz Schramma. Ich möchte wissen, wie viele Werbeleute über diesem Werk gebrütet haben. Wie viele Sitzungen hat es gegeben mit Fachberatern, Beamten aus dem Wirtschaftsdezernat, Politikern? Keine Frauen: Fanden alle normal. Wahrscheinlich gibt es in Köln unter den „Important few“ eben nur Männer.

Der Film soll vor allem für Firmenansiedlungen werben. Ob eine frauenlose Stadt sexy ist? Immerhin eine Alleinstellung: Köln - das letzte Patriachat. Kann man damit Führungskräfte locken? Oder würde der ein oder andere dann doch das weibliche Geschlecht vermissen in dieser frauenlosen Stadt?

Ach übrigens – im Abspann bei der Sponsorenliste kam dann doch noch eine zweite Dame vor: die „Klosterfrau“. Kleine Korrektur an der Frauenquote oder so…

Maren Friedlaender

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