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02.04.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Das Leben ist kein Apfelstrudel"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Also, ich würde mich über Staatsoberhäupter nie lustig machen. Manche glauben, für eine Sechs-Milliarden-Überweisung könne man sich ein Späßchen mit dem türkischen Präsidenten erlauben. Ich sag nur: „Erdowie, Erdowo…“ Wir sollten über eine Wiedergutmachung nachdenken. Vielleicht fehlen noch goldene Wasserhähne von Grohe oder eine Gaggenau-Küche mit Dönerhalter in Erdogans Palast. Der deutsche Sanitär- und Kücheneinzelhandel hilft gerne. Und nun Schluss mit dem Thema. So ein Staatspräsident hat es auch nicht immer leicht und die Sache mit der Demokratie erklären wir Erdowahn noch, bevor er sich am Brüsseler Tisch niederlässt.

Mir ging in der Ferienwoche anderes durch den Kopf: die Ausschreitungen der Kölner Abiturienten, vor allem die uferlosen Erklärungsversuche. Die der Psychologen waren besonders interessant. Stress, diagnostizierten sie: Stress wegen G12, Stress wegen Studienplatzsorgen und Stress wegen all der Fundraising-Partys, mit denen die Abifeiern finanziert werden. Dafür war nämlich noch viel Zeit, hörte ich.

Ich habe auch eine Erklärung für die Randale. Dafür hole ich etwas aus: Am Ostersonntag stand ich morgens beim Bäcker in der Warteschlange. Vor mir diskutierte ein Vater mit seinem Nachkömmling, der sich gerad mal im aufrechten Gang halten konnte. Es ging darum, ob der Kleine lieber ein Croissant oder eine Laugenbrezel wolle. Da machte der Supersonntagspapi eine ganz große Show draus. Da sollten alle mal sehen, dass er sein Söhnchen nicht mit irgendeinem Schokocroissant übertölpelt. Die Warteschlange wuchs, denn so einfach war die Sache nicht.

„Also, Hannibal, was magst Du denn?“ „Waeiß nich“, nölte der kleine Feldherr. „Ja, aber Hannibal, du solltest der Dame jetzt bitte sagen, was du möchtest.“ Mit Dame meinte der Papi die Verkäuferin, die nun sehr lieb etwa 15 Vorschläge unterbreitete, inklusive Laugenstange, Körnerbrötchen, Croissant mit und ohne Schokofüllung, Dinkelbrötchen, Käsestange und Rosinenweckchen. Hannibal starrte verstockt zu Boden. Bei weiteren zehn Angeboten der Bäckereifachverkäuferin verlor das Söhnchen allmählich den Überblick. Auch Zwiebelbrötchen, Vollkorncroissant und Butterhörnchen lehnte er ab. Sein Weinen ging in sattes Gebrüll über.

Aber immer noch war nicht geklärt, was der kleine Hosenscheißer zum Frühstück verzehren wollte. Ich verkürzte mir die Wartezeit mit der Vorstellung, Hannibal eine zu scheuern oder besser noch, Hannibals Papi eine zu scheuern. Ich gebe zu, dass ich dabei ein wenig ins Schwelgen geriet. Nebenbei bemerkt: Eigentlich bin ich ein Kinderzimmer-Pazifist.

Die Schlange stand bald bis weit auf die Straße hinaus: Gestandene Manager, Taxifahrer, Zahnärzte, Professoren und Automechaniker warteten kaum murrend. Einige verdrehten die Augen, aber nur so, dass der gute Papi es nicht merkte. Niemand protestierte laut. Ist ja Sonntag und wir lieben Kinder. Das konnte ich zwar gerade nicht garantieren, murmelte aber auch nur einen sehr unösterlichen Fluch in mich hinein. Etwas habe ich am Sonntag gelernt: Dass man nach einer solchen Kindheit mal irgendwo draufhauen möchte. Spätestens, wenn Hannibal eines Tages feststellt: Das Leben ist kein Apfelstrudel oder Schokocroissant.

Übrigens: Vielleicht hatte der Erdogan auch eine schwere Kindheit oder so…

Maren Friedlaender

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