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06.02.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Kein Passwort - kein Leben"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Manchmal fürchte ich, dass ich nicht mehr in mein eigenes Leben hineinkomme, weil ich das Passwort vergessen habe. Glauben Sie mir, das passiert. Hin und wieder trifft man so Leute. Claudia Roth, zum Beispiel. Oder Donald Trump. Oder Hella von Sinnen. Oder schauen sie sich mal im Karneval um. Da haben doch wohl einige ihr Passwort verloren. Wie sonst erklärt man sich das Dasein von „Prinz Thomas II“?

Ich bekomme Panik bei dem Gedanken, mir könnte das widerfahren. Man steht morgens fröhlich auf und plötzlich fordert eine Stimme aus dem Nichts: Bitte Passwort eingeben. Black out. Ich bin schon voll von der Rolle, wenn mir Rheinenergie meine Jahresrechnung online zuschickt und Benutzernamen und Passwort verlangt. Die behaupten immer, man habe sowas. Ich will das nicht ausschließen. Die letzte Rechnungszusendung ist ein Jahr her. Vielleicht liegt der „Sesam-öffne-dich“ für Rheinenergie bei den anderen Passwörtern: die für meine Bank, meinen Internet-Provider, meinen Mobilfunkanbieter, Amazon, die Payback-Karte, mein Mail-Konto, meinen WLAN-Anschluss und für die Betätigung der Eieruhr…

Rheinenergie ist sehr zuvorkommend auf ihrer Website. Alles kein Problem: Registrieren sie sich mit einem neuen Passwort. Das versuche ich dann. Schade, dass sie weder „ichkannnitmih“ noch Götz von Berlichingens berühmtes Zitat akzeptieren. In meiner Not rufe ich die Hotline an. Über Hotlines muss ich Ihnen ja nichts erzählen. Stunden später und ich habe einen freundlichen Mitarbeiter am Hörer. Mindestens ein Großbuchstabe und eine Zahl müsse mein Code enthalten: „Ichkannnnitmih2016“. Dann bin ich drin. So einfach ist das.

Das gibt mir Schwung für eine ernste Beschwerde beim „Kölner Stadt-Anzeiger“. Meine Nachbarin musste morgens die Einzelblätter ihrer Zeitung vom feuchten Straßenpflaster abkratzen. Sie ist 93 Jahre alt und weiß nicht mehr, wie man sich mit Lustlosen anlegt. Ich helfe gern. Es gibt eine Website für Abonnenten: Beschweren leicht gemacht oder so. Aboservice anklicken, Mail schreiben und abschicken. Ich brauche nur eine Kundennummer und – man ahnt es – ein Passwort. Die 93-jährige Nachbarin schaut ratlos. Sie wurde in eine passwortlose Welt hineingeboren. Das mag mancher als Manko betrachten, aber sie lebt trotzdem und liest noch. Jeder Verlag sollte sie deshalb in Ehren halten. Womöglich ist sie die Letzte ihrer Art. Nach ihrem Ableben kann Dumont-Schauberg die gedruckte Stadt-Anzeiger-Ausgabe einstellen. Eben jene, die meine Nachbarin nicht vom Pflaster schaben will.

Aber versprochen ist versprochen, also greife ich zum Telefonhörer. Eine freundliche Ansage tröstet mich über den Umstand hinweg, dass wegen Überlastung kein persönlicher Kontakt möglich sei. Ich könne aber eine E-Mail schicken. Die Durchsage der E-Mail-Adresse ist so rasant, dass ich nur bis @ mitkomme. Ich rufe den Abo-Service ein zweites Mal an. Das Callcenter erklärt, eine persönliche Entgegennahme sei nicht möglich, es gebe zurzeit eine Überlastung, ich könne aber eine E-Mail schreiben…

Ich glaube, dass ich ganz froh bin, wenn das Passwort für mein Leben ganz verloren geht. Ich weiß nicht, ob ich das alles noch lange weitermachen kann oder will oder so…

Maren Friedlaender

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