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16.01.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Illusions perdues"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Gern würde ich etwas Heiteres zum Jahresauftakt schreiben. Welche Promi-Damen bei den Golden Globes am meisten mit ihren Roben kämpften. Zum Beispiel. Oder über das Flüchtlingsbaby, das von seinen dankbaren syrischen Eltern die Vornamen Angela und Merkel erhielt. Erinnert mich an einen Witz aus der Nazizeit: Erscheint ein Mann beim Einwohnermeldeamt und will dringend seinen Namen ändern. „Wie heißen Sie denn?“, fragt der Beamte. „Adolf Notdurft.“ „Oh, ich verstehe“, meint der Beamte. „Und wie möchten Sie heißen?“ „Paul Notdurft.“ So schlimm wird es für die kleine Merkel hoffentlich nicht werden.

Schluss mit lustig. Man kommt um das Thema des jungen Jahres nicht umhin. Wenn ich noch ein einziges Mal lese, man solle Asylanten jetzt nicht unter Generalverdacht stellen, werde ich echt böse. Gefühlt habe ich das in den letzten Tagen tausend Mal buchstabiert bekommen: seitens der katholischen Kirche, der evangelischen, der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, der Kölner Oberbürgermeisterin, Redakteuren aller Medien, türkischer Verbände, der Kanzlerin, wahrscheinlich auch von Alice Schwarzer, denn die lässt sich eine solche Gelegenheit bestimmt nicht entgehen.

Für wie blöd hält man uns? Dabei wird im Rückblick eher umgekehrt ein Schuh daraus. In den vergangenen Monaten stellten so manche eine Generalamnestie für Flüchtlinge aus oder heißt das Generalamnesie? Wegen „politisch heikel“, wie es die Kölner Polizeiführung formulierte. Meine Erfahrung sagt, dass nette Leute und Idioten ziemlich gleichmäßig über die Welt verteilt sind. Manche Gutmenschen sehen das anders: hier die fiesen Deutschen und dort die besseren Menschen, die es zu uns drängt. Nach der Silvesternacht in Köln: Illusions perdues.

Womit wir beim frisch gekürten Unwort des Jahres 2015 gelandet sind: „Gutmenschen“. Ich gestehe, dass ich den Begriff gern und oft benutze, zum Beispiel für Leute wie Richard David Precht. Ich weiß, dem habe ich in der letzten Woche schon was verbraten, aber sein ZEIT-Artikel mit dem Titel „Echte Träume, echte Not“ nahm immerhin zwei Seiten ein. Viel Stoff für mehrere Kolumnen.

Also, was Precht ungefähr meint, ist: echte Gefühle dort bei den Flüchtlingen, während wir, die tumben Deutschen, mit der Bierflasche in der Hand, Fußball glotzend auf dem Sofa verblöden und uns vor Flüchtlingen fürchten, weil die uns ein Stück vom Kuchen wegnehmen werden. Für einen Philosophen, und so einer möchte Herr Precht ja gern sein, finde ich das ziemlich dünn angerührten Quark. Und, Herr Precht, ich finde es auch gemein. Seit Monaten lese und befasse ich mich mit der Not der Flüchtlinge. Alle Zeitungen widmen dem Thema täglich mehrere Seiten einer Ausgabe. Zur selben Zeit hat eine Freundin ihr Kind verloren, eine andere pflegt aufopferungsvoll ihren Mann, eine leidet unter einer schweren Krankheit und mir geht’s auch nicht immer gut. Keine echte Not?

Zum Schluss habe ich noch etwas für unsere Bundeskanzlerin: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ War ihr Amtseid. Nur mal zur Erinnerung oder so…

Maren Friedlaender

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