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05.12.2015

FDP-Kreisverband Köln

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"Madame Anne und das Operndebakel"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Was hat das Kölner Operndebakel mit dem Film „Die Schüler der Madame Anne“ zu tun? Nur Geduld – die Kurve krieg ich schon. Ich fange mal mit dem Film an. Den habe ich diese Woche im Kino gesehen. Es geht um die Lehrerin Anne und ihre Multi-Kulti-Klasse in einem Gymnasium bei Paris. Das einzige, was die Schüler vereint, ist die Null-Bock-Mentalität. Mit der Teilnahme an einem Wettbewerb motiviert die engagierte Lehrerin ihre 11. Klasse und führt sie zum Sieg. Freudentränen bei den Schülern im Film und Tränen der Rührung bei mir im Kinosessel. Das Tolle an der Geschichte: Sie ist wahr.

Auch in dieser Woche geschehen: Ein Physiklehrer wird für den „Deutschen Lehrerpreis“ vorgeschlagen, weil er es schafft, das sonst ungeliebte naturwissenschaftliche Fach hochattraktiv zu gestalten. Physikalische Phänomene erklärt er mit „Star trek“ und Youtube und fasziniert damit Jungen und Mädchen. Die beiden Beispiele beweisen mal wieder, was gut ausgebildete und motivierte Lehrer selbst aus Schulverweigerern herausholen können. Jede Menge Untersuchungen belegen genau das: Auf den Lehrer kommt es an. Stattdessen basteln Bildungspolitiker an immer neuen Schulsystemen, mit denen sich linke wie rechte Ideologen ein Denkmal setzen. Die regelmäßigen Systemwechsel – ich kann’s schon nicht mehr hören – kosten ein Heidengeld. Macht ja nix. Hauptsache, die Dogmatiker haben ihren Spaß.

Und was hat das mit den Kölner Bühnen zu tun? Statt der ursprünglich veranschlagten 232 nun 460 Millionen für die Renovierung. Keine Angst – das wird schon noch mehr. Der kulturpolitische Sprecher der SPD, Klaus Schäfer, gesteht: „Da bin ich erst einmal zusammengezuckt.“ Echt zusammengezuckt? Ich, Herr Schäfer, bin tot umgefallen. Aber bei SPD-Politikern verursachen ein paar hundert Millionen mehr nur ein Zusammenzucken. Oder – mein Eindruck – eher ein Achselzucken.

So ist das halt bei staatlichen Projekten, die in den Sand gesetzt werden – landauf, landab: ob Kölner U-Bahn oder nicht ausgelastete Eventhallen, hoch subventionierte Fußballstadien, Flughäfen, Nürburgring oder Archäologische Zone – für alle, die es nicht wissen: Das ist das Wanderloch vor dem Kölner Rathaus. Interessant auch das Projekt Spielbank in Köln: Schon jetzt wurden 1,2 Millionen ausgegeben, obwohl noch kein Stein auf dem anderen steht. Nebenbei bemerkt: Wieso der Staat unbedingt an Casino Royal und Spielsucht verdienen will, verstehe ich eh nicht.

Da gehen sie hin, die Millionen und Milliarden, die wir so gut gebrauchen könnten für die Ausbildung unserer Kinder. Investition in Köpfe statt in Beton. Ein paar mehr „Madame Anne“ und ein bisschen weniger Operndebakel. Da ist er, der Zusammenhang. Aber, wen interessiert’s? Hauptsache, wir finden endlich eine Sänger_in für den Eurovision Song Contest und „Jeck im Sunnesching“ findet auch 2016 in Köln wieder statt. Wurde gerade beschlossen. Da bin ich aber froh; mir würde sonst total was fehlen oder so…

Maren Friedlaender

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