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07.11.2015

FDP-Kreisverband Köln

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"Alles Peanuts oder 'Wer wird Milliardär?'"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Eine Million, das war mal was. „Der Herr Müller-Meldorf – der ist jetzt Millionär.“ Respekt, dachten die Leute und zogen sozusagen den Hut. Lange her, alles noch in Zeiten der D-Mark.

Das war diese Währung, in der ein Glas Wein drei Mark kostete. Dann gaben sie uns für zwei Mark einen Euro und der Schlamassel begann. Ich bin kein Mathegenie, aber eigentlich hätte der Wein doch nun 1,50 Euro pro Glas kosten müssen, dachte ich, zahle aber tatsächlich 5,40 Euro oder so. Komisch. Früher habe ich alles umgerechnet. Darüber bin ich halb verrückt geworden. Deswegen lasse ich das und löhne schweigend.

Zurück zur Million. Sie ist out. Das sollte auch der Jauch mal langsam checken. Es lebe die Milliarde. Jetzt heißt es: „Der Usmanow, der ist Milliardär.“ Meistens sind Milliardäre ja Russen oder Araber oder Aldi oder so. Die gute alte Million. Wo ist sie hin? Bei den Griechen, meinen manche. Oder in den Strudel der letzten Finanzkrise geraten? Richtig, da ging es los mit der Herumschmeißerei der Milliarden. Eine Million? Plötzlich nur noch Peanuts.

Apropos Peanuts, vielleicht begann alles mit Hilmar Kopper. Kopper, schon vergessen? Einst Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG. Der Arme hatte echt Pech und musste die Riesenpleite von Immobilienunternehmer Jürgen Schneider regeln. Es ging um offene Handwerkerrechnungen von 50 Millionen DM. Im Vergleich zur Gesamtforderung von 5 Milliarden seien das doch Peanuts, meinte Kopper. Ja, der Kopper ist wohl verantwortlich dafür, dass sich die Erdnüsse in den Köpfen der Politiker festsetzten. Eine Milliarde? „Peanuts“ – denken sie.

Übrigens: Wer versteht schon den kleinen Unterschied? Deshalb mal ein Beispiel: Wenn Frau Schulze eine Million Euro erbt und monatlich 10 000 ausgibt, kommt sie 8 Jahre und 4 Monate damit aus. Wenn Frau Usmanow nach Ableben des Gemahls eine Milliarde erbt, reicht das Geld bei gleichem Verbrauch 8.333 Jahre und 4 Monate. Sehen Sie, wir müssen uns keine Sorgen machen, nicht um Frau Usmanow und wahrscheinlich auch nicht um unsere Steuermilliarden.

Durch Kopper weiß ich auch, dass es leichter ist, eine fette Summe von seiner Bank zu leihen als ein paar Euro für den Kauf einer Schrankwand. Auf städtischer Ebene ist es ähnlich: Für ein Tanzprojekt ein paar Tausender locker zu machen, ist echt schwer, aber für eine Opernsanierung, sagen wir mal in Köln, da kriegt man wie nix 250 Millionen. Und wenn der halbe Bau fertig ist und die 250 sind verbraucht, dann schießt die Stadt ratzfatz weitere Millionen nach. Man kann so einen Bau ja nicht halb fertig herumstehen lassen. Unter 350 Millionen kommt Köln aus der Nummer nicht raus – wetten? Oder waren das jetzt Milliarden? Egal. Uns schreckt nichts mehr, weil wir jetzt wissen, dass wir das eh alles nicht erleben: den Verbrauch der Milliarden nicht und die Fertigstellung der Oper? Ach - alles Peanuts oder so…

Maren Friedlaender

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