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19.09.2015

FDP-Kreisverband Köln

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"Entschuldigung, Köln!"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Gestern krachte ein Auto fast in mich hinein. Der Fahrer hatte mir und meinem Fahrrad die Vorfahrt genommen. Danach drehte er die Scheibe hinunter und brüllte mich an. Merkwürdig, das Opfer war doch ich. Irgendwie erinnerte mich der Mann an den SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Börschel. Nicht so sehr wegen der Ähnlichkeit, mehr wegen der Verhaltensweise.

Irgendwann ist unserer Gesellschaft ein Wörtchen abhandengekommen: „Entschuldigung“. Wenn etwas richtig schief geht, könnte man auch mal sagen: „Tut mir leid“. In ganz ernsten Fällen, wie dem Kölner Wahldebakel, sollte man ehrlich zerknirscht aussehen und rufen: „Menno, was haben wir da für einen riesigen Bockmist gebaut. Liebe Kölner, entschuldigt bitte! Auch dass es Euer Geld kostet, die Sache wieder hinzubiegen.“

Nicht so Herr Börschel. Er dreht den Spieß um, zeigt mit dem Finger auf die bösen anderen Politiker und verlangt eine Entschuldigung von FDP und CDU. Wofür? Keine Ahnung. So nimmt man der Demokratie die Vorfahrt, lieber Martin Börschel. Man kann sich auch zu Tode taktieren. Wir Wähler sind nämlich nicht ganz blöd.

Ich erkläre Ihnen das jetzt ein letztes Mal. Gut zuhören: Im Mai 2014 gab es eine Kommunalwahl. Da stimmte was nicht mit der Auszählung in Rodenkirchen. Das konnte jedes i-Dötzchen merken. Nur Wahlleiter und Stadtdirektor Guido Kahlen, SPD, der checkte das nicht. Alles super korrekt gelaufen, darauf bestand er, bis ein Gericht die Neuauszählung anordnete. Tja, und danach war eben nichts mehr super korrekt und der Wahlleiter musste zurücktreten.

Auf ihn folgte Dezernentin Agnes Klein, SPD. Als neue Wahlleiterin nun für die OB-Wahl zuständig. Also, ich an Frau Kleins Stelle hätte nach der Schlappe in Rodenkirchen mal ganz genau hingeschaut: Der Wahlzettel ist doch ziemlich wichtig bei einer Wahl. Es ist schon echt gemein, dass jetzt die Grafikerin als Schuldige herhalten muss. Eine Wahlleiterin heißt Wahlleiterin, weil sie die Wahl leitet. Sie sollte den Zettel, auf dem die Bürger ihr Kreuz machen, gesehen haben, bevor er in den Druck geht – 800.000 Mal.

Nun ist Frau Klein zurückgetreten mit dem Satz: „Ich habe zwar keine Schuld, aber ich übernehme die Verantwortung.“ Falsch, Frau Klein, Sie haben die Verantwortung und die Schuld. Den „Oberverantwortungshut“ setzt man sich ganz oder gar nicht auf, wie Sie bei Ihrer Kollegin Laugwitz-Aulbach lernen konnten.

Ach, was hört man eigentlich vom Chef der Stadtverwaltung? Wieder in Urlaub? Wahrscheinlich träumt Jürgen Roters, SPD, von stillen Tagen im Ruhestand. Die seien ihm gegönnt. Aber bevor er Abschied nimmt, sollte er in einer besinnlichen Minute nochmal darüber nachdenken, wie es nach seiner sechsjährigen Amtszeit um Köln bestellt ist.

Ceterum censeo: Bevor Sie das Licht in ihrem Büro ausschalten, Herr Roters, denken Sie bitte daran, dass man seinen Arbeitsplatz ordentlich hinterlässt. Dazu gehört auch der Rathausplatz. Ich kann das Chaos dort einfach nicht mehr sehen.

Übrigens: Ich hätte gern am 13. September gewählt. Dann wüsste ich jetzt vielleicht schon, wer demnächst in unserer Stadt mit dem Aufräumen beginnt, vielleicht eine Frau oder so...

Maren Friedlaender

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