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13.06.2015

FDP-Kreisverband Köln

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"Über politcal correctness in Taka Tuka Land“

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Die mit ihrer „political correctness“ schaffen mich. Wer genau die sind, weiß ich eigentlich gar nicht. Ich stelle mir immer so linke und grüne Weltverbesserer vor, Gutmenschen, die nicht ruhen werden, bis sie den letzten „Negerkönig“ aus der Literatur der vergangenen Jahrhunderte getilgt haben, bis das letzte Zigeunerschnitzel von Deutschlands, ach was sag ich, von den Speisekarten der Welt verschwunden ist. Und die „Schaumküsse“, die wir einst in aller Unschuld noch als Mohrenköpfe vertilgten, auf jedem Kindergeburtstag? Was waren wir doch für böse Rassisten.

Warum rege ich mich so auf? Erstens: wegen Ernst Neger, sorry, er heißt, besser gesagt, er hieß Ernst Neger und war ein Ur-Mainzer mit Karnevalsauftritten. Sie erinnern sich: „Heile, heile Gänschen“. Nicht gerade ein Höhepunkt der deutschen Gesangeskunst. Hauptberuflich hatte Ernst Neger, einen Dachdeckerbetrieb, für den er als Logo einen Mohrenkopf, also den Kopf eines Mannes mit Migrationshintergrund wählte. Aber tatsächlich ist es ein Mohrenkopf, ein piktogrammisierter Kopf mit dicken Lippen und großen Ohrringen. Ich finde die Idee an sich ziemlich blöd, für einen Dachdeckerbetrieb und auch sonst. Ernst Neger ist übrigens schon lange tot, aber der Enkel hat den Betrieb übernommen – mit Logo und das ist das Problem. Es formiert sich Widerstand durch die Initiative „Das Logo muss weg!“.

Und jetzt auch noch das „Café zum Mohren“ in Aachen, ein Kaffeehaus mit Tradition. Das nützt ihm gar nichts. Ein Bonner Lehrer hat mit seiner Schulklasse „Schüler gegen Rassismus“ den Besitzer zum Namenswechsel aufgefordert. So ein Widerstand hat es heutzutage in sich: mit Anfeindungen im Internet und Demos vor dem Haus, das ganze Programm eben. Das hält keiner lange aus.

Rassismus ist ein Problem, gar keine Frage. Aber werden wir es aus der Welt schaffen, indem wir die Weltliteratur durchforsten, jeden „Neger“, jeden „Zigeuner“, „Eskimo“ und „Ausländer“ aufspüren und mit der – ja, was eigentlich – doch nur zurzeit politisch korrekten Formulierung ersetzen? Werden die Gutmenschen je Ruhe geben? Und was werden sie übrig lassen? Eine von jeder Nuance, von jeder Unkorrektheit beseitigte Kunst, also gar nichts. Das nervt – so sehr, dass ich Lust bekomme auf eine Initiative „Für gemeinsames exzessives Mohrenkopfessen mit gleichzeitigem Vorlesen von ‚Pipi Langstrumpf in Taka Tuka Land‘“.

Wenn wir jeden „Neger“ aus der Literatur der Jahrhunderte verbannen und jede frauenfeindliche Darstellung bis hinein in die Kunst der Antike ausmerzen – sind wir dann, mentalitätsmäßig, nicht schon bei den islamischen Fundamentalisten? Ein bisschen Großzügigkeit, ein bisschen Humor, ein bisschen Gelassenheit und Toleranz gegenüber der Vergangenheit, Ihr PCs, bitte. Und – psst – nicht weitersagen: In Köln gibt es eine Mohrenstraße – noch. Aber, wie sang Ernst Neger einst: „Heile, heile Mausespeck, in hunnert Jahr is alles weg.“

Maren Friedlaender

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