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30.05.2015

FDP-Kreisverband Köln

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"War da was?"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Nein, ich habe mich noch nicht beruhigt über die Sache mit der Urne in Rodenkirchen. Will ich auch gar nicht. Für einige kann das Gras über die Sache gar nicht schnell genug wachsen. Schon läuft eine andere Sau durchs Dorf: Sepp Blatter, Homo-Ehe und die 20-Zentner-Bombe. Neuauszählung – war da was?

Wenn die SPD sich partout selbst beschädigen will, ist das ihre Sache. Ich kann noch nicht mal sagen, dass es mir egal ist, wenn eine ehrwürdige alte Partei sich vor die Wand fährt. Aber das müssen die selbst wissen. Gar nicht egal ist mir, dass die Verantwortlichen mal so eben und en passant unsere Demokratie beschädigen. Die mag ja Mängel zeigen, aber wir haben doch nur die eine. Schlechter Augenblick für Kollateralschäden. Gerade in Zeiten der Demokratiemüdigkeit: Wahlbeteiligungen, die unter die 50 Prozent zu rutschen drohen, Absetzbewegungen zu den äußeren Rändern.

Und nun auch noch das Kölner Wahldebakel. Aber die Beteiligten geht das alles gar nichts an: Ein Landesinnenminister will irgendwie falsch verstanden worden sein. Ein Stadtdirektor, der meinte, es sei alles mehr als korrekt gelaufen. Ein Grünen-Landeschef, der das Ganze als „eine Peinlichkeit für Demokratie und Transparenz in Köln“ bewertet. Nein, Herr Lehman, keine Peinlichkeit für die Demokratie, sondern für einige Politiker in dieser Demokratie. Und was hört man von Roters, Börschel, Ott, ohne die in Köln bekanntlich nichts läuft? Echte Zerknirschung sieht anders aus. Rücktritt? Fordert man immer gern – aber nur von den Bösen der anderen Parteien.

Die Herren haben einige Probleme mit der Sichtweise auf ihre Arbeit in dieser Stadt. Der OB-Kandidat der SPD, Jochen Ott, erregte sich am Kultursonntag in einer Gesprächsrunde im Wallraf-Richartz-Museum über die Kölner Politik und Verwaltung: Da werden Masterpläne von der Politik beschlossen und von der Verwaltung nicht umgesetzt, beschwerte er sich. Äh, Herr Ott, wer war nochmal Chef der Verwaltung in Köln? Ich dachte immer, das sei Oberbürgermeister Roters. Und - welcher Partei gehört der nochmal an? Welches politische Bündnis regiert die Stadt? Sorry, klingt irgendwie nach Schizophrenie, politischer Amnesie oder so ähnlich. Vielleicht aber auch ganz einfach: Arroganz der Macht. Am 13. September dürfen sich die Kölner Bürger zu dieser Art von Politik auf dem Wahlzettel äußern. Zeit für einen Wechsel – sag ich mal.

Maren Friedlaender

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