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24.04.2007

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Gesundheitsprävention für Vierjährige im Kindergarten

Die FDP-Fraktion hat folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 8. Mai 2007 setzen lassen:

Der Jugendhilfeausschuss möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, bis zum Schuljahresbeginn 2007/2008 die Voraussetzungen dafür zu schaffen,
• dass zukünftig jedes vierjährige Kind im Kindergarten durch Kinderärztinnen und Kinderärzte untersucht wird und
• Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher in Gesundheitsfragen beraten werden.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, bei der Umsetzung des Konzeptes folgende Ziele zu berücksichtigen:
• Die Gesundheitsuntersuchungen für vierjährige Kinder sollen der Vorbeugung und Früherkennung sich anbahnender Entwicklungsauffälligkeiten von Kindern dienen.
• Ziel der Gesundheitsuntersuchung vierjähriger Kinder in Kindergärten ist es, bei entwicklungsauffälligen Kindern frühzeitig eine geeignete pädagogische Förderung sowie notwendige Behandlung bzw. Therapie einleiten zu können.
• Ebenso sollen die Gesundheitsuntersuchungen eine fachlich fundierte Beratung von Eltern und Erzieherinnen gewährleisten.
• Die Gesundheitsuntersuchungen sollen möglichst vernetzt mit der Arbeit der Familienzentren und der seit diesem Schuljahr stattfindenden Sprachstandserhebung für vierjährige Kinder in Kitas stattfinden.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept und eine Kampagne zu entwickeln, mit dem die Teilnahme an den Krankheitsfrüherkennungsuntersuchungen (U1 bis U 9 und J 1, gelbes Heft) verbindlich sichergestellt wird.

Begründung:
Die Diskussionen der letzen Jahre über die PISA-Ergebnisse, den gesundheitlichen Zustand von Kindern und Jugendlichen, Misshandlungen und Sprachprobleme machen deutlich: Deutschland hat enormen Nachholbedarf bei Bildung und Erziehung der Kinder. Eine positive Entwicklung von Kindern ist maßgeblich davon abhängig, dass Kinder von ihren Eltern in den Bereichen Ernährung, Gesundheit, Sprache und emotionale Entwicklung aktiv gefördert werden. Viele Eltern sind mit diesen Erziehungsaufgaben heute aber leider überfordert.
Ergänzend zur elterlichen Erziehung übernehmen die (staatlichen) Institutionen wie Kindergärten, Jugendeinrichtungen und Schulen heute einen wesentlichen Beitrag bei der Erziehung von Kindern. Um eine positive gesundheitliche Entwicklung gewährleisten zu können, steht Eltern darüber hinaus ein umfangreiches System des öffentlichen Gesundheitsdienstes und die Angebote der gesetzlichen Krankenkassen wie die Krankheitsfrüherkennungsuntersuchungen bei niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten sowie entsprechende GKV-finanzierte Behandlungs- und Förderinstrumente zur Verfügung.
In den letzten Jahren ist allerdings eine relative Zunahme an chronischen Erkrankungen (vor allem psychische Störungen in Leistungs-, Wahrnehmungs-, Gefühls- und Kontaktentwicklung) zu verzeichnen. Gleichzeitig ist zu erkennen, dass die oben beschriebenen Angebote von einem erheblichen Anteil der Eltern nicht in Anspruch genommen werden. Benachteiligt werden dadurch vor allem Kinder mit sozial schwächerem Hintergrund und zwar sowohl im Bereich der Sprach- wie auch der Gesundheitsentwicklung.
Die Kölner Stadtverwaltung schreibt dazu in einer Mitteilung für den Jugendhilfeausschuss am 23. Januar 2007: „Eine gesunde körperliche, seelische und intellektuelle Entwicklung ist z.B. eine wichtige Vorraussetzung für den Schulerfolg. Daher finden bei den Überlegungen, welche Konsequenzen aus der PISA-Studie gezogen werden sollten, die Bedeutung gesundheitlicher Störungen und die daraus erwachsenen Beeinträchtigungen des Schulerfolges, zunehmende Beachtung.“
Ziel aller Bemühungen muss sein: Kinder stark machen. Die FDP-Fraktion sieht es deshalb als Aufgabe der Stadt Köln an, vorhandene Maßnahmen der Gesundheitsprävention auszubauen und zu optimieren und insbesondere dafür zu sorgen, dass jedes Kind in Köln von den Maßnahmen der Gesundheitsprävention profitiert und diese wahrnehmen kann. Die Stadt Köln sollte als Träger des öffentlichen Gesundheitsdienstes alle Anstrengungen ergreifen, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer sowie alle anderen an der Entwicklung von Kindern beteiligten Personen bei der Erziehung und Gesundheitsförderung zu unterstützen und zu beraten.

Ausgangslage und Herausforderungen
In der Mitteilung der Verwaltung wird dargelegt, dass nur 30 Prozent der Kinder eines Jahrgangs in den Kindergärten gesundheitlich untersucht werden. Diese Aufgabe wurde bis Anfang der 90er Jahre vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst der Stadt Köln wahrgenommen, wurde dann allerdings auf Grund der damaligen Haushaltskonsolidierung stark reduziert. Derzeit werden von einem Altersjahrgang (etwa 9.500 Kinder) nur etwa 3.000 Kinder vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst untersucht.
Hierzu schreibt die Verwaltung in ihrer Mitteilung: „Diese Reduzierung in der Aufgabenwahrnehmung muss aus heutiger Sicht fachlich als zumindest problematisch angesehen werden. Ihr stehen die begründeten Forderungen von Elternräten, Kindergärten und die fachliche Einschätzung des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD) entgegen. Sowohl die Möglichkeit der Zuführung gesundheitlich auffälliger bzw. entwicklungsauffälliger Kinder ins primär vorsorgende System niedergelassener Ärzte als auch die hohe Effizienz der Präventionsleistung lassen eine umfassendere Aufgabenerfüllung in diesem Bereich fachlich als notwendig erscheinen.“

Gesundheitsprävention
In ihrer Mitteilung schreibt die Verwaltung: „Neben den derzeit diskutierten kulturell bedingten Sprachdefiziten können beispielsweise auch ein aus gesundheitlichen Gründen verzögerter Spracherwerb, motorische Entwicklungsdefizite oder gesundheitliche Probleme, die sich als Konzentrationsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten äußern, den Schulerfolg und damit die spätere berufliche Leistungsfähigkeit in einem erheblichen Maße gefährden. Diese und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen müssen durch Schaffung von Rahmenbedingungen, die Kindern eine gesunde Entwicklung ermöglichen, vermieden bzw. so früh wie möglich erkannt und angegangen werden, um die daraus resultierenden negativen Konsequenzen in gesundheitlicher, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht, wenn nicht zu verhindern, so doch zu vermindern.“
Um diese Herausforderungen jetzt gezielt und schnell angehen zu können, wurden im Haushaltsplan der Stadt Köln 2007 zusätzlich 500.000 Euro für einen „begleitenden Gesundheitscheck für Vierjährige“ bereitgestellt. Mit dieser finanziellen Aufstockung soll nun ermöglicht werden, jedes vierjährige Kind ärztlich zu untersuchen. Neben der Untersuchung soll allerdings gleichfalls gewährleistet werden, dass für entwicklungsauffällige Kinder frühzeitig eine geeignete Behandlung bzw. Therapie einleitet werden kann. Ebenso sollen die Gesundheitsuntersuchungen eine fachlich fundierte Beratung von Eltern und Erzieherinnen gewährleisten. Die Vernetzung mit der Arbeit der Familienzentren und der seit diesem Schuljahr stattfindenden Sprachstandserhebung soll zusätzliche Vorteile und Synergieeffekte bewirken.

Gesundheitsprävention heißt auch: Verbindliche Früherkennung
In der Mitteilung der Verwaltung heißt es außerdem: „Auf Grund der Daten der Schuleingangsuntersuchung ist bekannt, dass etwa ein Viertel (in manchen Stadtteilen bis zu einem Drittel) der Kinder nicht an den Krankheitsfrüherkennungsuntersuchungen U 8 bis U 9 teilnehmen. Noch ungünstiger sieht es bei der für das 13. Lebensjahr vorgesehenen U 10 (bekannter als J 1) aus, an der weniger als die Hälfte der Jugendlichen teilnehmen.“ Dieser Umstand ist angesichts der gewachsenen Herausforderung (s.o.) nicht akzeptabel. Deshalb ist es geboten, alle Anstrengungen zu unternehmen, de facto auch allen Kindern die Früherkennungsuntersuchungen zuteil werden zu lassen. Die mit diesem Antrag beabsichtigte Erhöhung der Präsenz des KJGD in den Kitas stellt hierzu erweiterte Ressourcen zur Verfügung.

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