Die FDP-Fraktion hat folgende Anfrage auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses setzen lassen.
Die Beteiligungsmechanismen von Kindern und Jugendlichen innerhalb Kölns sind in den letzten Jahren ausgeweitet und professionalisiert worden. Seit dem Jahr 2000 lädt die Stadt ein zu einem „Tag der Jugend im Rathaus“. Einmal im Jahr bekommen drei Schulen hierbei die Möglichkeit, die Funktionsweise des Rates und handelnde Akteure aus Politik und Verwaltung kennen zu lernen. Mit dem Tag der Jugend erhalten die beteiligten Jugendlichen eine gute Möglichkeit, die Hemmschwelle zur politischen Arbeit im Rathaus zu reduzieren. Auch die Stadt Köln profitiert regelmäßig von sinnvollen Anregungen und Hinweisen.
Neben dem Tag der Jugend im Rathaus wird von der Verwaltung zudem die Aufgabe der Rathausschule wahrgenommen, wobei die Planstelle seit geraumer Zeit nicht besetzt ist. Mit der Rathausschule wäre das städtische Amt für Kinderinteressen in der Lage, deutlich mehr Schülerinnen und Schüler anzusprechen, Schulklassen in die Bezirksrathäuser einzuladen und Gespräche zwischen Politik und Verwaltung sowie den Schülerinnen und Schülern zu initiieren.
Wünschenswert wäre eine noch breitere und nachhaltigere Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in politische Prozesse und in das gesellschaftliche Leben. Diesem Gedanken zugrunde liegend bestehen zumindest in sechs der neun Kölner Stadtbezirke Kinder- und Jugendforen. In diesen Foren können Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil in Form einer offenen Gruppe an der Gestaltung ihres Umfeldes mitwirken, sich zu stadtplanerischen Dingen wie Schulhofgestaltung oder Radwege äußern. Die FDP wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass entsprechende Mittel für weitere Foren zur Verfügung gestellt werden.
Unbestritten ist, dass vor allem die Arbeit der Schülervertretungen und Jugendverbände die breiteste und direkteste Partizipationswirkung entfalten. Umso wichtiger wäre es, die Partizipation in der Kinder- und Jugendarbeit stärker als bisher zu unterstützen. Das Amt für Kinderinteressen könnte z.B. spezielle (Seminar-) Angebote für Jugendleiter und Schülervertreter entwickeln und in der Trägerschaft der Jugendverbände anbieten.
In diesem Zusammenhang bitten wir die Verwaltung um die Beantwortung der folgenden Fragen:
1. Welche Schlüsse und Konsequenzen bzw. Handlungsoptionen zieht die Verwaltung aus der Bertelsmann-Studie?
2. In welcher Form findet zwischen Verwaltung und den freien Trägen der Jugendhilfe ein Kompetenz-Transfer hinsichtlich der Kinder- und Jugendpartizipation statt? Welche Projekte der Kinder- und Jugendpartizipation wurden in den letzten zwei Jahren von städtischer Seite unterstützt und finanziell gefördert?
3. Für welche konkreten Projekte wurden die Städte Velbert und Würselen von der Landesregierung ausgezeichnet und ist es angedacht, Anregungen, die sich aus diesen Projekten ergeben, auch in Köln aufzureifen?
4. In welcher Form werden die Jugendverbände hinsichtlich der Partizipation in ihrer Arbeit unterstützt, geschult und in die Projekte des Amtes für Kinderinteressen einbezogen?
Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Kinder- und Jugendpolitik.
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