Die FDP-Fraktion hat folgende Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses setzen lassen.
Die FDP stand Anfang der 90er Jahre der Einführung der Niederflurbahnen sehr kritisch gegenüber, da damit eine Trennung des Liniennetzes in zwei Systeme vollzogen wurde, was die Flexibilität der Linienführungen stark einschränkte. Fast 10 Jahre nach dieser Grundsatzentscheidung lässt sich einerseits feststellen, dass - bei allen Kinderkrankheiten - die Niederflurbahnen eine kundenfreundliche Weiterentwicklung der Stadtbahntechnik sind. Andererseits haben sich die Befürchtungen bezüglich der Einschränkung der Möglichkeiten in der Liniennetzgestaltung bestätigt, indem der Hauptbahnhof z.B. aus der Ost-West-Richtung nicht mehr ohne umzusteigen erreichbar ist.
Bevor nun weitere Investitionsentscheidungen getroffen werden, sollte man einen Moment innehalten und überprüfen, ob es mit den positiven Erfahrungen der Niederflurtechnik nicht sinnvoll wäre, langfristig für das ganze Stadtgebiet auf die modernere Niederflurtechnik zu setzen. So könnte man innerhalb eines Zeitraumes von ca. 20 Jahren die volle Flexibilität in der Liniennetzgestaltung zurückgewinnen, weitere Kosten für den Umbau der bestehenden Haltestellen sparen und weitere 90cm-Einbauten in den Straßenraum verhindern. In diesem Sinne bitten wir, vor der Entscheidung über den Höninger Weg die folgenden Fragen zu beantworten:
Wir fragen die Verwaltung:
1. Wie beurteilt die Verwaltung die Niederflurtechnik nach den gemachten Erfahrungen bezüglich ihrer Kundenfreundlichkeit, Folgekosten, Verträglichkeit für das Stadtbild usw. im Vergleich zur Stadtbahntechnik?
2. Wie viele Haltestellen sind bereits mit 90cm-Bahnsteigen ausgerüstet worden, wie viele müssen noch umgerüstet werden, welches Investitionsvolumen ist für die restliche Umrüstung noch erforderlich und wie lange wird es dauern, bis die Umrüstung auf 90cm-Bahnsteige abgeschlossen ist?
3. Wie lange ist die voraussichtliche Nutzungsdauer der derzeit im Betrieb befindlichen Stadtbahnwagen und inwieweit sind im Rahmen der Bestellung der neuen Stadtbahnwagen bereits Kosten beim Hersteller entstanden, die einer Änderung der Bestellung in Niederflurbahnen entgegen stehen würden?
4. Wie sind die Erfahrungen an den Haltestellen, den denen geteilte Bahnsteige mit 35cm und 90cm-Höhe vorhanden sind (Hansaring, Friesenplatz Ost-West)?
5. Auf welchen Strecken neben dem Höninger Weg wird der oberirdische Bau von 90cm-Bahsteigen erforderlich sein und welche Möglichkeiten gibt es, den Zollstocker Linienzweig an das Ost-West-Niederflurnetz anzuschließen?
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