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31.01.2002

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Förderung und Sicherung des Industriestandortes Köln

Der Rat hat auf Antrag der Fraktionen von CDU und FDP unter Übernahme von Änderungen der Fraktion Bündnis ’90/Die Grünen folgenden Beschluss gefasst:

Um den Umstrukturierungsprozess der Kölner Industrie im Sinne einer Standortförderung und -sicherung aktiv zu unterstützen, beauftragt der Rat die Verwaltung:

1. Eine Bestandsaufnahme und Bewertung des Standortes Köln durchzuführen, bei dem u. a. folgende Fragestellungen zu bearbeiten sind:
- Welche Probleme stellen sich für Industrieunternehmen am Standort Köln?
- Wie lassen sich die komplexen Zusammenhänge zwischen verarbeitendem Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen besser als bisher erfassen?
- Welche sektorale und funktionale Struktur weist die Industrie im Bezirk Köln auf?
- In welchem Maße ist die Industrie in der Wirtschaftsregion Köln mit dem Dienstleistungssektor verflochten?
- Welche Entwicklungspotentiale – insbesondere in Bezug auf die Auslagerung einzelner Leistungen bzw. Funktionen – sind in der regionalen Industrie vorhanden?
- Der sektorale und funktionale Strukturwandel hat zu veränderten Flächenansprüchen und -nutzungen geführt. Welche Entwicklungstendenzen sind für den industriellen Sektor und den damit eng verbundenen Bereichen des Dienstleistungssektors mittelfristig absehbar? Wie kann eine Optimierung der Flächennutzung erreicht werden?
Hierbei sind die bereits vorliegenden Erkenntnisse aus dem von den Industrie- und Handelskammern Köln und Düsseldorf in Auftrag gegebenem Gutachten zu berücksichtigen. Darüber hinaus sollte Grundlage für die Bestandsaufnahme eine Befragungsaktion bei den Kölner Industrieunternehmen sein, die gemeinsam von IHK und der Stadt Köln durchgeführt werden sollte.

2. Erarbeitung eines Konzeptes mit Zukunftsperspektiven für die Industrie in der Region Köln
Das Konzept soll u. a. die folgenden Themen behandeln:
- Ermittlung der Möglichkeiten zum Ausbau und zur Sicherung des Industriestandortes in der Region Köln.
- Definition der hierfür seitens der Stadt Köln in Frage kommenden Hilfestellungen, insbesondere der Schaffung der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen.
- Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Stellen der Stadt Köln, der Industrie- und Handelskammer zu Köln und den Gewerkschaften.
- Die Auslagerung von Dienstleistungen aus dem industriellen Prozess und der in Köln besonders erkennbare fortschreitende sektorale Strukturwandel verbunden mit den Modernisierungsschüben der industriellen Produktionsprozesse hat die Anforderungen an die Qualifikation der Arbeitskräfte deutlich verändert. Welche Konsequenzen und Handlungserfordernisse hat dies für den Kölner Arbeitsmarkt und insbesondere die Beschäftigungsförderung durch die Stadt sowie ihre Kooperationspartner (Arbeitsamt, Land etc)?

3. Erstellung eines Marketingkonzeptes
Es ist gleichzeitig ein wirksames Strategiekonzept vorzubereiten, um eine gemeinsame Coporate identity für den Industriestandort Köln unter Einbeziehung aller am Industrie-prozess beteiligten Institutionen zu entwickeln.
Köln hat sich zu einem dynamischen Dienstleistungsstandort entwickelt. Das Image der Stadt wird inzwischen durch den Medien- und Technologiesektor unverkennbar geprägt. Ein Konzept für eine „Corporate identity des Wirtschaftsstandortes“ soll diese positive Entwicklung mit denn Entwicklungschancen Kölns im zukunftsfähigen industriellen Sektor verbinden.
Zur Erledigung dieser Aufgaben wird der Oberbürgermeister um die Einsetzung einer Arbeits-gruppe gebeten, die vom Dezernat Wirtschaft und Stadtentwicklung betreut wird. Neben einem Vertreter aus diesem Dezernat gehören der Arbeitsgruppe noch ein Vertreter des Amtes des Oberbürgermeisters, ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer zu Köln sowie ein Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes an.

Ein erster Zwischenbericht ist dem Wirtschaftsausschuss drei Monate nach Beschlussfassung vorzulegen.

Begründung:
Immer wieder wird das Ende der Industrie prophezeit und die Dienstleistungsgesellschaft als Alternative angeführt.
Die Folge einer solchen Auffassung ist ein enormer Imageverlust der Industrie.
Nach Auffassung der antragstellenden Fraktionen bildet jedoch das produzierende Gewerbe auch heute noch die Basis für Dienstleistungen und ist nach wie vor wichtiger Bestandteil der Wirtschaftskraft Kölns.
Um der Bedeutung des Industriestandortes Kölns gerecht zu werden, ist es notwendig, Konzepte zu erarbeiten, die aufzeigen, wie der Industriesektor in Köln dauerhaft gesichert werden kann.
Dazu ist es erforderlich, dass alle am Industrieprozess beteiligten Institutionen enger zusammenarbeiten, damit sichergestellt werden kann, dass das im industriellen Sektor vorhandene Potential optimal ausgeschöpft wird.

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