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26.09.2002

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Wirtschaftsförderung in Köln

Cluster als strategischer Bezugspunkt für die Wirtschaftsförderung in Köln

Der Rat hat auf Antrag der Fraktionen von CDU und FDP folgenden Beschluss gefasst:

1. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, inwieweit Branchenschwerpunkte zu leistungsfähigen Kompetenzinitiativen bzw. sog. Cluster ausgebaut und weiter entwickelt werden können. Dabei sind nicht nur Branchenschwerpunkte neuer Technologien zu berücksichtigen, sondern auch etablierte Branchen, wie z. B. Fahrzeug-, Maschinenbau, Logistik, Gesundheitswirtschaft.
2. Bezogen auf den Kölner Raum soll die Verwaltung die erforderlichen Schritte ergreifen, um verschiedene Unternehmen und Institutionen innerhalb geeigneter Branchen-schwerpunkte miteinander zu vernetzen, die alle auf den Wettbewerb einwirken: Hersteller, Zulieferer, Dienstleistungs-Anbieter, Universitäten und andere Ausbildungsstätten bzw. Forschungseinrichtungen.
Die Verwaltung soll darauf hinwirken, dass für die genannten Akteure ein passendes Kompetenz-Forum ins Leben gerufen wird. Dieses soll sich auch als inhaltliche Grundlage für die zur Zeit bei der Regio Rheinland in Abstimmung befindliche Neuorganisation verstehen und eine entsprechende Kommunikations-Plattform beinhalten, analog der erfolgreichen Arbeit des Medien- und IT-Rates, BioCologne e. V. oder ChemCologne.
In den Auf- und Ausbau von Kompetenzinitiativen sind regionale Partner einzubeziehen, z. B. Kammern, Unternehmen, (Fach-) Hochschulen und andere Institutionen. Mögliche Ansatzpunkte sind in regionale Gremien einzubringen, wie z. B. in den Arbeitskreis „Wirtschaftsförderung der Regio Rheinland“.
Dabei sind die Erfahrungen bestehender Kompetenzinitiativen in anderen deutschen Metropolregionen zu nutzen und zu berücksichtigen.
3. Die Landesregierung wird aufgefordert, die lokalen und regionalen Ansätze zu unterstützen, um Köln und seine Region als hochwertigen Standort Nordrhein-Westfalens im internationalen Städtewettbewerb in seiner Leistungskraft zu stärken.

Begründung:
Die Bündelung und Vernetzung von geeigneten Kernkompetenzen führt zur Cluster-Bildung. Cluster beschreiben die Beziehungen von Unternehmen und Institutionen in einem geeigneten begrenzten Raum, die zu einer höheren Produktivität und einer höheren Innovationskraft führen. Hieraus ergeben sich auch Vorteile für Existenzgründer; durch die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft wird die regionale Innovationskraft gestärkt. Schließlich können in Clustern Kosten gesenkt werden; für Unternehmen und Institutionen kann ein standortspezifischer Mehrwert geschaffen werden. Die Verteilung von Unternehmen und Institutionen soll sich dabei über die kommunalen Grenzen hinaus bewegen.
Erfolgreich in diesem Sektor agiert bereits die regionale Initiative ChemCologne im Bereich der chemischen Industrie.
Verschiedenste Rankings bestätigen immer wieder die Attraktivität und Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Köln. Um diese Position zu halten und auszubauen, ist es erforderlich, die Unternehmensfreundlichkeit stetig zu verbessern. Neben dem umfassenden unternehmensbezogenen Betriebsservice der Wirtschaftsförderung müssen Investoren, ansässigen Unternehmen und Existenzgründern auch branchenbezogen optimale Standortvoraussetzungen geboten werden. Hierdurch werden nicht zuletzt neue Arbeitsplätze geschaffen.
Im Städtewettbewerb werden zunehmend lokale und regionale Kompetenzen betont, wie z. B. der Logistikstandort Duisburg, der mit großer Unterstützung des Landes aufgebaut wird.
In vielen Branchenschwerpunkten (z. B. Logistik und Mobilität, Telekommunikation, Biotechnologie, Medien) wurden in Köln hervorragende Standortbedingungen aufgebaut, die es nun – unter Einbeziehung aller regionalen Potenziale – in geeigneter Weise zu vernetzen und zu optimieren gilt. Die aktuelle Cluster-Studie der Regio Rheinland zeigt mögliche Potenziale für ein Clustermanagement auf (z. B. Mobilität, Telekommunikation, Gesundheitswirtschaft).


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