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21.09.2017

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Neubebauung der Blöcke zwischen Am Hof und Laurenzplatz

Die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP im Rat der Stadt Köln bitten sie, folgenden Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses zu setzen.

Der Stadtentwicklungsausschuss möge beschließen:

1. Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt den Eigentümerwechsel der Blöcke zwischen Am Hof, Unter Goldschmied, Laurenzplatz, Marspfortengasse und Sporergasse an die Gerchgroup zur Kenntnis und verbindet damit die Erwartung, hier ein gemischtes und urbanes Quartier zu schaffen, das einen würdigen Eingang für die Via Culturalis bildet und den Hinterhofcharakter östlich der Hohe Straße beseitigt.

2. Im Sinne einer Gesamtquartierentwicklung sollen die beiden im nördlichen Block noch fehlenden Grundstücke in das Projekt integriert werden, um eine angemessene Gesamtlösung zu schaffen.

3. Die Stadt Köln soll die Liegenschaft ihres Kundenzentrums Innenstadt im Rahmen einer Gesamtentwicklung parallel entwickeln. Die Stadtverwaltung ist aufgefordert, dafür ein entsprechendes Nutzungskonzept vorzulegen.

4. Eine städtebauliche Studie wird vom Investor erstellt, in der die Verteilung der Baumassen überprüft und die Höhenentwicklung dargestellt wird. Der momentan ange-dachte Nutzungsmix von Hotel, Wohnen, Büro und Handel wird ausdrücklich begrüßt. Die detaillierte Verortung der Nutzungen soll in der städtebaulichen Studie dargestellt werden. Diese soll auch prüfen, inwieweit in einem der Blöcke ein modernes Marktkonzept mit kleinen Lebensmittel- und Gastronomieständen zu realisieren ist.

5. Um das Bauvorhaben angemessen zu qualifizieren, wird nach der städtebaulichen Studie mindestens ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Die gesamte architektonische Gestaltung muss sich der umgebenden städtebaulichen und architektonischen Situation anpassen. An den Wettbewerben sind die stimmberechtigten Fraktionen im Stadtentwicklungsausschuss mit Stimmrecht sowie die Bezirksvertretung Innenstadt mit beratenden Stimmen zu beteiligen. Es ist eine breite Beteiligung der Bürgerschaft durchzuführen.

In Anlehnung an die Eckpunkte, die städtischerseits bereits erarbeitet worden sind, erfolgt die Neubebauung unter folgenden Maßgaben:
• Bei Neubauten bzw. Umnutzungen ist eine offene Nutzung der Erdgeschoss-zone straßenseitig vorzusehen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Gebäude eine abschottende Wirkung erzeugen.
• Eine Überbauung der Großen Budengasse wird abgelehnt.
• Auskragungen wie am bisherigen Parkhaus Unter Goldschmied werden abge-lehnt. Vielmehr sind die Fluchtlinie einzuhalten und der ungehinderte Blick auf die Südseite des Domes freizugeben.
• Der Laurenzplatz und der Karl-Küpper-Platz sind in ihrer jetzigen Größe zu erhalten. Für letzteren ist ein Gestaltungswettbewerb auszuloben.
• Für die denkmalgeschützte Arkade am heutigen Senatshotel ist eine zeitge-mäße Neuinterpretation des Motivs zu finden, die den Angstraum beseitigt. Dabei ist der Denkmalschutz angemessen zu beachten.
• Oberirdische Parkhäuser werden abgelehnt. Tiefgaragenplätze sollen höchs-tens adäquat zur Nutzung geschaffen werden.
• Die Erschließung der vorhandenen Tiefgaragen soll optimiert werden, damit die im Radverkehrskonzept Innenstadt ausgewiesene Fahrradstraße Große Sandkaul-Marspfortengasse und Sporergasse umgesetzt werden kann.

6. Die Stadtverwaltung wird ausgefordert zu prüfen, inwieweit die Aufstellung eines Bebauungsplanes und der Abschluss städtebaulicher Verträge möglich sind, um die o.g. Ziele zu erreichen. Zugleich wird die Verwaltung gebeten, die Instrumentarien darzu-stellen, damit der Investor und der Entwickler verpflichtet werden können, das Bau-vorhaben zu realisieren.

7. Parallel soll auf die Eigentümer der Parzellen jenseits der Marspforten- und der Sporergasse zugegangen werden, um Maßnahmen zu initiieren, diesen Bereich zu-sätzlich aufzuwerten und ein adäquates Vis-à-Vis für die neue Bebauung zu bilden.

Begründung:

Das geplante Projekt ist wahrscheinlich die größte Neubebauung bereits genutzter Blöcke in der Altstadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Da es sich in Sichtweite der Welterbestätte Kölner Dom und des Rathauses befindet, bedarf es besonderer Sorgfalt was Nutzung, Planungskultur, Städtebau, Architektur und Bauausführung betrifft. Man darf optimistisch sein, dass dem bereits in Köln engagierten Investor dies bewusst ist und er die in ihn gesetzten Hoffnungen und oben genannten Erwartungen erfüllt.

Was die künftige Nutzung angeht, so hat die Stadtverwaltung mit Recht früheren Ansinnen widersprochen, hier ein Einkaufszentrum zu errichten. Trotzdem wünscht man sich im Erdgeschoss hochwertige Einzelhandelsnutzungen, die den Bereich beleben und aufwerten.

Auf zahlreichen Reisen genießen und bewundern die Kölnerinnen und Kölner moderne überdachte Märkte zur Deckung des täglichen Bedarfs und zum Verzehr der angebotenen Lebensmittel am jeweiligen Verkaufsstand. Während dies in deutschen Städten wie München und Stuttgart sowie zahllosen ausländischen Städten (anbei Beispiele aus Rotterdam, Barcelona und Lancaster) funktioniert, sind entsprechende Vorhaben in Köln bisher am geeigneten Standort gescheitert. Ein insoweit geeigneter Standort könnte mit diesen Blöcken gefunden sein.
In diesem Sinne bitten wir, unserem Antrag zuzustimmen.

Begründung der Dringlichkeit:

Die Pläne des Investors wurden erst nach Antragsschluss ausführlicher bekannt, so dass die Antragsfrist nicht eingehalten werden konnte.
Der umfangreiche Planungsbedarf und der Wunsch des Investors, das Projekt zügig umzu-setzen, machen einen Dinglichkeitsantrag notwendig.

Mit freundlichen Grüßen

gez.
Bernd Petelkau - Vorsitzender CDU-Fraktion
Kirsten Jahn - Vorsitzende Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Ralph Sterck - Vorsitzender FDP-Fraktion

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