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28.05.2002

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

IV-unterstützten Inventarisierung in den Museen

Die Fraktionen von CDU und FDP haben folgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses Kunst und Kultur setzen lassen:

Beschlussvorschlag:
Die Verwaltung wird auf der Basis des in der Dezember-Sitzung vorgestellten Konzeptes zur Inventarisierung und Bestandsprüfung in den Kölner Museen beauftragt:
1. Weitere Alternativen zur Reduzierung der genannten Personalkosten zu entwickeln. So sollten z.B. verstärkt museumseigene Kräfte, studentische Aushilfen und bei Interesse ggf. auch ehemalige Mitarbeiter/innen zur Inventarisierung eingesetzt werden. Darüber hinaus ist auch zu prüfen, inwiefern die Ergebnisse der Aufgabenkritik aus allen Bereichen der Stadtverwaltung ggf. weitere Personalkapazitäten freigesetzt haben, die für derartige Aufgaben (zumindest zeitweise) herangezogen werden könnten.
2. Das kostenintensive Verfahren der durch Informationsverarbeitungssysteme (IV) unterstützten Inventarisierung in abgestuften Varianten anzubieten. So wäre z.B. denkbar, eine Art Erstinventur auf digitale Fotoaufnahmen inkl. Beschreibung der wesentlichen exponatspezifischen Angaben zu beschränken und diese Angaben in späteren Verfahrensschritten zu detaillieren.
3. Erfahrungswerte aus anderen Städten mit vergleichbaren Museumsbeständen bei der Einführung einer IV-unterstützten Inventarisierung zu ermitteln und ebenfalls in die Lösungsfindung einfließen zu lassen.
4. Eine nach Museen differenzierte Personal- und Finanzbetrachtung vorzulegen und die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass eine IV-unterstützte Inventarisierung beispielhaft an einem Kölner Museum als Modellprojekt gestartet werden kann.
5. Dem Ausschuss Kunst und Kultur im Herbst 2002 über die Ergebnisse zu berichten.

Begründung:
Das Rechnungsprüfungsamt hat Ende letzten Jahres umfangreiche Prüfberichte aus dem Museumsbereich vorgelegt. Hierbei handelt es sich zum einen um die Prüfung von vermuteten illegalen Bestandsveräußerungen im Bereich der graphischen Sammlung und der Münzsammlung beim Kölnischen Stadtmuseum. Zum anderen war die Verwaltung von Artikelbeständen beim Museum für angewandte Kunst Prüfgegenstand.
Die Prüfungen haben aufgezeigt, dass bei den städtischen Museen zum Teil erhebliche Probleme in der Bestandserfassung und -prüfung der Kunstobjekte bestehen. Die Verlustmeldungen der Vergangenheit im Bereich des Rautenstrauch Joest Museums sowie des Kölnischen Stadtmuseums machen deutlich, dass zur zeitnahen Aufdeckung von Fehlbeständen sowie unberechtigten Entwendungen eine IV-unterstützte Inventarerfassung letztlich unverzichtbar ist. Des weiteren bringt eine entsprechende Dokumentation wesentliche Vorteile in der lfd. wissenschaftlichen Bearbeitung.
Vor dem Hintergrund dieser wie ähnlicher Prüfberichte des RPA aus den letzten Jahren hat die Verwaltung eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der Kultur-/Museumsverwaltung, des Hauptamtes sowie des Rechnungsprüfungsamtes installiert. Die Arbeitsgruppe hat in der Dezember-Sitzung des Ausschusses Eckdaten eines Konzeptes zur Inventarisierung und Bestandsprüfung in allen städtischen Museen vorgelegt.
Dieses Konzept geht davon aus, dass die angehäuften Defizite der letzten Jahr(zehnt)e nur mit einem enormen Personal- und Finanzaufwand und gestreckt über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gelöst werden können. Die aktuelle Haushaltssituation der Kommune lässt keinen Spielraum für die Umsetzung eines solchen Konzeptes. Andererseits ist hier dringender Handlungsbedarf erforderlich.
Die Verwaltung hat daher in Ergänzung zu dem bisher vorgestellten Konzept Alternativen zu entwickeln, damit das Ziel einer IV-unterstützten Inventarisierung in den städtischen Museen weiter verfolgt werden kann. Sofern im Ergebnis dieser alternativen Überlegungen annehmbare Rahmenbedingungen geschaffen werden, könnten am Beispiel eines Modellprojektes erste praktische Erfahrungen gesammelt werden.

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