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03.11.2014

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Erinnerungen an Manfred Wolf

Manfred Wolf
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Manfred Wolf
Rede von Ralph Sterck anlässlich der Trauerfeier zum Tode von Manfred Wolf

Liebe Marianne Wolf, liebe Familie Wolf!

Ich erinnere mich, dass während meiner ganzen politischen Arbeit Manfred Wolf schon immer da war. Kein Wunder, er ist bereits 1979 der FDP beigetreten, nachdem er sich seit 1972 in einer liberalen Wählerinitiative engagiert hatte.

Ich erinnere mich, dass er betont hat, dass wir 1985 am gleichen Tag in den Kreisvorstand der Kölner Liberalen kooptiert wurden.

Ich erinnere mich, dass er u.a. Wahlkampfleiter, Kreisschatzmeister und Bezirksvorstandsmitglied war.

Ich erinnere mich, dass er bereit war, auf allen Ebenen von der Bezirksvertretung bis zum Bundestag seinen guten Namen bei Wahlen für eine Kandidatur zur Verfügung zu stellen, selbst wenn er keine Chance hatte, gewählt zu werden.

Ich erinnere mich, dass er von 1989 bis 1994 zum ersten Mal dem Rat angehörte.

Ich erinnere mich, dass er mir 1999 bei unserem gemeinsamen Einzug in den Rat empfahl, in den Stadtentwicklungsausschuss zu gehen.

Ich erinnere mich, dass er in unserer vierköpfigen Fraktion das Amt des Bürgermeisters übernehmen musste, was ihm erst nicht so recht war, da er lieber im Hintergrund arbeitete.

Ich erinnere mich, dass sein Frau Marianne gesagt haben soll, wenn er schon nicht Bauer im Dreigestirn werden könne, dann solle er ruhig Bürgermeister werden.

Ich erinnere mich, dass er es dem Bauern wirklich nachempfinden wollte und er bis zu 70 Karnevalstermine in einer Session macht. Dafür wurde er von zahlreihen Gesellschaften geehrt: den Blauen Funken, den Altstädtern, der Ehrengarde, Jan von Werth, der Großen Kölner, Alt-Köllen, den Naaksühle, den Fidelen Zunftbrüdern und wahrscheinlich vielen mehr, an die ich mich jetzt leider nicht erinnere.

Ich erinnere mich, dass er Rosenmontag immer auf dem Ülepooz-Wagen der Roten Funken dabei war und hier sogar eine so prominente Mitfahrerin wie Heidi Klum hatte.

Ich erinnere mich, dass er einen besonders guten Draht zur lesbisch-schwulen Community hatte und dort gern gesehener städtischer Vertreter bei zahlreichen Anlässen war. 2003 nahm er sogar stellvertretend für die Stadt Köln den Goldenen Rik für die beste Cruising-Area des Jahres, den Aachener Weiher entgegen.

Ich erinnere mich, dass er der erste aus unserer Fraktion war, der mit der Polizei eine Nachtschicht auf den Ringen verbrachte, um sich selbst ein Bild vom dortigen Geschehen zu machen.

Ich erinnere mich, dass er sich in einen Rollstuhl setze, um die Probleme von Rollstuhlfahrern z.B. bei der Benutzung der KVB zu erleben.

Ich erinnere mich, dass er ein sehr ungeduldiger Teilnehmer unserer Fraktionssitzungen war: Wenn er etwas loswerden wollte, machte er vor keiner Tagesordnung oder Rednerliste halt.

Ich erinnere mich, dass uns Ratskollegen das Blut in den Adern gefror, wenn er sich im Rat außerhalb der vereinbarten Rednerreihenfolge zu Wort meldete, um mal richtig auf den Tisch zu hauen.

Ich erinnere mich an seine Reisebericht von den Touren mit dem Wohnmobil durch ganz Europa und sogar bis Murmansk und in die marokkanische Wüste.

Ich erinnere mich, dass er bei der Aufstellung der Ratsliste 2004 100% der Stimmen bekam, was ihm fast peinlich war.

Ich erinnere mich, dass er 2004 insbesondere das Amt des Bürgermeisters verlor, weil sich jemand über eine Pressemitteilung der FDP geärgert hatte. Doch bereits ein halbes Jahr vor der KölnWahl 2009 kehrte er in das Amt zurück.

Ich erinnere mich, dass er zwischenzeitlich zum Vorsitzenden des Sportausschusses gewählt wurde, weil er dem Sport immer sehr verbunden war. Dies brachte ihm noch in diesem Frühjahr die Goldene Ehrennadel des Stadtbezirkssportverbandes Ehrenfeld ein.

Ich erinnere mich an sein Foto auf der Titelseite des Stadt-Anzeigers als zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland ein Schamane bei einem Empfang im Hansasaal einen Tanz mit einem Speer vor ihm aufführte. Das führte zur Überschrift „Der vor dem Wolf tanzt“.

Ich erinnere mich, dass er sich für einen guten Zweck in Schokolade aufwiegen ließ.

Ich erinnere mich, dass er Weihnachten im Alten Wartesaal ein offenes Ohr für all diejenigen hatte, die es nicht so gut im Leben angetroffen haben, und auch bei Gulliver war er ein gern gesehener Gast.

Ich erinnere mich, dass er in jedem Jahr die Sternsinger in seinem Büro empfing. Einer meinte, er sähe selbst aus wie der Nikolaus.

Ich erinnere mich, dass er mit Leidenschaft Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereines Köln-Liverpool war.

Ich erinnere mich, dass ihm seine Arbeit im Vorstand des nordrhein-westfälischen Städtetags sehr viel Spaß machte.

Ich erinnere mich, dass er bei der Kreiswahlversammlung im Dezember seinen geplanten Platz nicht bekam, aber trotzdem im Wahlkampf voll dabei war.

Ich erinnere mich an seine Aussage „Bürgermeister der Stadt Köln zu sein, ist ein Ehrenamt und ein Amt der Ehre!“

Ich erinnere mich an den Dankesbrief von ehemaligen Zwangsarbeitern, die sich bei ihm für sein persönliches Engagement bedankten und ihn damit zu Tränen rührten.

Ich erinnere mich, dass er insgesamt 20 Jahre dem Liegenschaftsausschuss angehörte, was dessen Vorsitzender Jörg Frank in der letzten Woche in einer Gedenkminute würdigte.

Ich erinnere mich an seinen letzten offiziellen Termin im Juni, den Matjesempfang der Niederlande in der Wolkenburg. Dem letzten von Hunderten, in denen er – zuletzt als dienstältester Bürgermeister – die Oberbürgermeister Harry Blum, Fritz Schramma und Jürgen Roters vertreten oder die Stadt Köln repräsentiert hat.

Ich erinnere mich, dass er sich eigentlich noch für die Umsetzung des Masterplanes der Messe einsetzen wollte.

Ich erinnere mich, dass er den geplanten Sommerurlaub dann schon zum wiederholten Male im Krankenhaus verbringen musste.

Ich erinnere mich, dass er zur Verabschiedung der ausgeschiedenen Ratsmitglieder nicht mehr kommen konnte und das Buch mit seinen Ratsreden, das die Fraktion hat zusammenstellen lassen, immer noch bei uns im Büro liegt.

Ich erinnere mich, dass er sich bei unserem letzten Telefonat im Spätsommer nicht mehr so optimistisch anhörte wie sonst und erstmals zugab, dass es ihm nicht so gut ging.

Ich erinnere mich, dass er bei meinem letzten Besuch vor zwei Wochen die Augen aufmachte und auf die Frage, ob er mich erkenne, vorsichtig nickte.

Ich erinnere mich an Mariannes Worte: Er hat‘s geschafft!

Martin Börschel sagte zu mir, er habe selten einen Menschen erlebt, den alle in so angenehmer Erinnerung hätten.

Manfred Wolf war ein kommunikationsfreudiger Mensch. Deshalb war er auch auf Facebook vertreten. Um eine der über 200 Beileidsbekundungen herauszugreifen, die mich dort erreichten, möchte ich Arthur Tybussek zitieren: „Ich bin traurig, so wie wohl alle, die Manfred Wolf gekannt und geschätzt haben.“

Und lassen Sie mich anfügen: Manfred Wolf war eine liberale Persönlichkeit im besten Sinne des Wortes. Sein Rat wird fehlen. Wir werden ihn vermissen und seine Ideale in Ehren halten.

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